30/11/2020

Naturparkroute Thüringer Wald 2020

Den Arbeitstermin in Sachsen nutzte ich als Anlass für einen anschließenden Abstecher nach Thüringen. Die Anreise erfolgte an einem verkehrsarmen Montag über die Autobahn. Über A27, A7 und A2 erreichte ich staulos Braunschweig. Entgegen der sonstigen Gewohnheit änderte ich hier die Fahrtrichtung auf die A392 und A36 am Harz entlang.

Parkplatz „Brockenblick“

In der Ferne konnte ich eine ganze Zeit lang den höchsten Berg Norddeutschlands entdecken: Den Brocken. Für ein Foto aus der Ferne bot sich der Parkplatz „Brockenblick“ an. Nachdem ich dort angehalten hatte und alle erdenklichen Möglichkeiten für ein Bild ausgelotet hatte, stellte ich mich zum Schluss auf einen Tisch und drückte in Richtung des Berges ab. Leider ist der Parkplatz rundherum so zugewachsen, sodass wirklich nichts mehr zu sehen ist. Danach steuerte ich mein erstes Ziel in Landsberg in Sachsen Anhalt an. Seit ein paar Jahren zieren mehrere tolle Graffiti das Betriebsgelände:

Nach einer längeren Kaffeepause setzte ich die Reise fort. Um 15.00 Uhr erreichte ich nach insgesamt 500 Kilometern mein Tagesziel Glauchau.

Als erstes besuchte ich meine alte Betriebsfiliale. Danach bezog ich mein gebuchtes Zimmer im Hotel Meyer im Zentrum von Glauchau. Hier komme ich seit Jahren unter. Das Hotel ist wieder einmal frisch renoviert. Die Inhaber sind immer sehr freundlich. Am Abend genoss ich noch, in guter Gesellschaft, ein super Essen im dortigen Restaurant. Nach einem leckeren Frühstücksbuffet verließ ich Glauchau Richtung Thüringen.

Für die Routenplanung nutzte ich diesmal die Android App „Kurviger Pro„. Die Einstellungen der Routen sind so eingestellt, das die App mich über kleine und kurvige Straßen führt. Ein weiterer Vorteil ist, das ich fertige Strecken importieren kann. So eine Funktion fehlt bei der Navigation des VW Beetle. Ausgesucht hatte ich mir die „Naturparkroute Thüringer Wald„.

Auf 450 Kilometern hin und her durch den Thüringer Wald überquert man 10 Mal den Rennsteig. Dazu liegen auf dieser Strecke über hundert Sehenswürdigkeiten. Wobei ich die Route umgedreht habe und von Saalfeld aus starten wollte. Bis Saalfeld errechnete die KurvigerApp eine Anfahrt von 193 Kilometern. Unmittelbar nach Verlassen von Glauchau wurde ich auf einspurige Straßen durch Felder und kleine Orte geleitet.

Kleine Straßen – schöne Aussichten

Die Orte auf der Tour habe ich noch nie besucht, geschweige denn schon mal etwas davon gehört. Dazu gehören so wundervolle Orte wie Ziegenrück, Gleima, Steinbach am Wald und viele weitere. Gegen Mittag erreichte ich den eigentlichen Startpunkt: Die Feengrotten in Saalfeld.

Feengrotten Saalfeld

Dabei handelt es sich in erster Linie um einen Freizeitpark für Familien. Einen Besuch des Parks ziehe ich nicht in Erwägung, weil das Thema Feen usw. nicht ganz mein Gebiet ist. Also beginne ich die Route des Naturparks Thüringen. Schnell stelle ich dabei fest, das man für die Route eigentlich gar kein Navi benötigt. Sie ist gut Beschildert. An jeder Abbiegung und an jedem Ortseingang steht ein braunes Schild.

Ortseingangsschild

Irgendwann biege ich doch mal schnell von der Route ab. In der Nähe befindet sich die Burg Greifenstein mit Ihrer Falknerei. Meine Frau möchte unbedingt diese Burg besuchen. Darum wandere ich bis zur Burg hoch und mache ein Foto, um es Ihr zu schicken. Alleine dort jetzt hinein gehen wäre ja fies. Also lasse ich das.

Burg Greifenstein mit Falknerei

Jetzt ist mir aber schon eines klar. Bei dieser Erlebnisdichte reichen für die gesamte Strecke niemals meine paar Tage. Alle paar Kilometer werde ich per braunem Schild auf andere Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Ich werde also auf jeden Fall nochmal wieder kommen müssen. Also alles perfekt?

Durch Straßenbauarbeiten entstehen mehrere Umleitungen, die Aufgrund der Berge auch weitläufiger sein können. In meinem Fall ist es leider sogar so, das ich nach einer der Umleitungen leider wieder an einem Punkt heraus komme, an dem ich schon vorher war. Und zu allem Überfluss liegt dieser Punkt vor einer Umleitung die ich schon gefahren bin. Es gibt keine Möglichkeit der Naturparkroute ohne riesen Umweg weiter zu folgen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich aber schon über 300 Kilometer über Berge, Felder und Sträßchen gefahren. Das nervt mich dann doch und ich beschließe mein Reiseziel zu ändern: Nach Hause.

Für den nächsten Tag ist eh Dauerregen angesagt und Donnerstag wollte ich zurück sein. Abends läuft dann das erste Spiel von Werder Bremen in der Relegation zur Bundesliga. Da ich für den Abend noch kein Hotel gebucht habe, werde ich einfach an einem Landgasthof anhalten und mir ein Zimmer nehmen. Von Piesau fahre ich ab sofort nur noch nach Norden. Über Arnstadt führt mich die Route zwischen Gotha und Erfurt hindurch. In Herbsleben finde ich dann die Pension Mühlrad. Eigentlich haben sich die Inhaber auf Fahrradtouristen spezialisiert. Ich bekomme trotzdem ein Zimmer.

Am nächsten Morgen verlasse ich nach dem Frühstück die Pension. Die Wolkenwand mit dem schlechten Wetter ist schon zu sehen. Das Wetterradar sagt durchgehenden Regen an. Ich darf noch ein Stunde offen mit dem Cabrio fahren. Dann schließe ich das Dach und 2 Minuten später schüttet es wie aus Eimern. Jetzt übernimmt wieder das VW Navi das Kommando. Ohne die Autobahn zu benutzen leitet es mich durch den Dauerregen bis nach Hause. Ich bin sehr froh, diese Tour nicht mit dem Motorrad gefahren zu sein.

Die Naturparkroute werde ich auf jeden Fall noch einmal mit mehr Zeit und nicht alleine besuchen. Der erste Eindruck war überwiegend gut.

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