Elbsandsteingebirge 2017

Tour Elbsandsteingebirge

Nachdem eine Schwarzwald Tour wegen Schnee im Mai ausgefallen war, wollte ich unbedingt noch einmal eine längere Reise mit dem Motorrad unternehmen. Die Wahl viel auf das Elbsandsteingebirge.
Morgens um 07.00 Uhr die Hühner gesattelt und ab auf die Piste.  Alles deutet auf den nahenden Herbst hin. Der Nebel hängt noch tief über den Wiesen. Für die erste Strecke bis Rasthof Allertal nehmen wir die Autobahn. Langsam schafft die Sonne sich durchzukämpfen. Nach einer kleinen Pause auf der Raststätte und einem kräftigen Schluck Kaffee aus der Thermoskanne verlassen wir die Autobahn Richtung Celle. Über Braunschweig und Aschersleben fahren wir weiter Richtung A14.

Elbfähre Wettin

In Wettin setzen wir mit der Fähre über die Saale. Kurz danach geht es auf die Autobahn bis Dresden. Um 16.00 Uhr erreichten wir unser Quartier. Die Zimmer liegen am Turm der Burg.

Burg Hohnstein Motorradhotel

Zufahrt zur Burg haben nur Motorradfahrer. Es gibt jedoch Menschen, die das nicht akzeptieren wollen. Einer dieser putzigen Gesellen stellte sich uns in den Weg und meinte uns beschimpfen zu dürfen. Lautes Gasgeben im Zufahrtstunnel nahm Ihm jedoch seine Energie. Die Herbergsleitung gab Ihm auch zusätzlich noch ein paar aufklärende Hinweise.

5-Bett Zimmer für mich allein

Unsere Zimmer sind Budget-Zimmer für Gruppen oder nicht so anspruchsvolle Gäste. Es gibt aber noch Pensionszimmer weiter unten in der Burg. Unser Essen hat sehr gutes Jugendhergs-Niveau.
Der erste Tourentag führte uns an der tschechischen Grenze entlang. Nach dem sehr guten Frühstück meistern wir die plietsche Abfahrt von der Burg über das sehr grobe Pflaster durch die beiden Tunnel ohne Beschädigungen. Über die neue Autobahn 17 Richtung Prag erreichen wir Altenberg. Nach dem Besuch der Bobbahn geht es weiter zur Talsperre Rauschenbach. Später kehren wir an einer Gulaschkanone ein. Das war sehr lecker und das Fleisch brauchen wir nicht suchen.

schöne Landschaft

Sehr imposant finde ich es, circa 10Meter von der Grenze zu einem anderen Land eine Motorradtour zu machen. Den einzigen Hinweis auf die Grenze geben die vereinzelten, mit Stacheldraht gesicherten Eisentore an den Stegen ab. Die meisten Straßen entlang der Grenze sind in einem perfekten Zustand.

Auf dem Fichtelberg

Gegen 14.30 Uhr erreichen wir den Fichtelberg bei Oberwiesenthal. Der Fichtelberg ist mit 1215 Metern Höhe der höchste Berg Sachsens. Oberwiesenthal die höchstgelegene Stadt Deutschlands.
Im Fichtelberghaus auf dem Gipfel gibt es erstmal einen heißen Kaffee. Bei 12° C Aussentemperatur haben wir es vorgezogen, uns drinnen hinzusetzen.

Erzgebirgische Kunst

Eigentlich wollen wir die Rückfahrt auf der tschechischen Seite fahren. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit lassen wir das Navi den direkten Weg anzeigen. Mit den Navieinstellungen bin ich leider noch nicht per Du. Auf der Hinfahrt wollte ich keine Autobahn fahren. Das Navi führte uns über die A17 bis zur Grenze. Auf der Rückfahrt verstellte ich die Option auf Autobahn zulassen. Aber wir wurden zwar an der Autobahn entlang, aber nicht drauf geführt. Durch einige Baustellen mit schlecht ausgeschilderten Umleitungen sowie merkwürdige Fahranweisungen des Navi verschob sich unsere Ankunft auf der Burg bis 19.00 Uhr.

Teufelshöhle

Nächster Tag, nächste Tour. Heute sind wir nicht zur Kneipe gefahren, sondern hinein. Dazu geht’s zu unseren Nachbarn in die Tschechei. Ein tschechischer Motorradclub betreibt in einer Felsenhöhle eine Gastwirtschaft. Man fährt bis zu den Sitzgelegenheiten in die Höhle hinein. Es gibt Getränke und Mittagstisch. Ab und zu finden dort Konzerte statt. Das nächste Mal spielt in 2 Wochen eine Kiss-Coverband.

Nett eingerichtet

Den Hin- und Rückweg fahren wir über asphaltierte Waldwege, durch kleine Dörfer und Nebenstraßen. Gerne hätte ich mir noch das Prebischtor angesehen. Dabei handelt es sich um die größte natürliche Sandstein-Felsenbrücke Europas.

Sandstein am Prebischtor

Dazu wäre aber ein längerer Fußmarsch nötig gewesen. Dazu eignet sich die Motorradbekleidung nicht. Nach 160 KM war’s dann auch genug für den Tag.

Sonne und Regen

Einen Fußmarsch haben wir dann einen Tag später doch gemacht. Unsere Motorräder stellten wir in der Parkgarage der Festung Königstein ab. Es ist für Motorradfahrer erlaubt, die Schranke zu umfahren. Das funktioniert aber nur, weil der Architekt die Kontaktschienen nur für Autos konstruiert hat und bei Motorrädern nicht auslöst. Für Helme und Bekleidung gibt es abschließbare Fächer.

Modell Festung Königsstein

Von der Parkgarage sind wir hoch zur Festung gelaufen. Es wird auch die Fahrt mit der Bimmelbahn angeboten. Der Eintritt kostet 10,- €. Wir haben die Möglichkeit genutzt, mit einem gläsernen Aufzug an der Aussenmauer hochzufahren. Anfänglich hat es noch geregnet, sodass wir erstmal einige Bauten von Innen besichtigt haben.

Gang in den Weinkeller

Nach und nach riss der Himmel weiter auf. Bei einem Rundgang an den Mauern der Festung genossen wir die weite Aussicht über das Land. Die Burg Hohnstein ist übrigens auch von dort zu sehen.

Die Elbe von oben

Anschließend folgten wir der Grenze zur Tschechei ostwärts. Die Tour führte uns von der Elbe durch das Kirnitschtal, durch Sebnitz und Neustadt bis zur B98.

Kirnitschtalbahn Bad Schandau

Da der weitere Verlauf der Bundesstraße gesperrt war, bogen wir links ab und machten uns mit Umwegen zurück zu unserer Burg. Nach unserer Ankunft fing es an heftig zu regnen und zu stürmen.

Auf der Rückfahrt stoppten wir in Glauchau für einen Besuch bei meiner ehemaligen Firma Palettenservice Sachsen GmbH. Nach circa 1 Stunde Aufenthalt machten wir uns wieder auf den Weg. Für den Rest der Strecke bis Stolberg/Harz kamen wir uns vor, wie im Vollwaschgang. Es regnete kräftig in einer Tour. Nach Ankunft im Hotel Kanzler ging es erstmal ausgiebig unter die heiße Dusche.

Das Essen im Kanzler ist hervorragend. Das gibt nach der Reise bestimmt ein paar Kilo mehr auf der Waage.

Für die Rückfahrt wählten wir die Strecke über Braunschweig, Celle und Soltau. Einen kleinen Umweg fuhren wir noch zu Zweiradtechnik Könemann in Schneverdingen, für ein Kaffee und ein Stück Kuchen und um noch ein wenig Mopeds zu schauen.

Alles in Allem waren es ca. 2000 entspannte Kilometer mit vielen Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen. Danke Thomas für die nette Begleitung.