20/10/2020

Schlauchboot Zodiac mit 20 PS Motor

Hier mal ein ganz anderer Fahrbericht. Zum dritten Mal durfte ich bei einem Freund auf seinem Boot mitfahren. Nach einem Sportkatamaran und einem kleinen Segelboot mit Kajüte war diesmal ein Schlauchboot dran. Bei dem Boot handelt es sich um ein 3,40 Meter langes und mit 20 PS motorisiertes Gefährt. Der Boden wird mit Einlegeplatten aus Holz stabilisiert. Unsere kleine Nachmittagsausfahrt startete auf dem zweitkürzesten Fluß Deutschlands, der Lesum. Dort hatte das Schlauchboot seinen eigenem Liegeplatz. Der etwa halbstündige Aufbau des Bootes war somit schon getan. Nur waren 2 Kammern nicht ganz prall gefüllt. Mit ein paar Hüben aus der Fußpumpe war der Mangel schnell beseitigt. Als letztes noch den Kraftstoffbehälter auffüllen, dann war das Boot startklar.

Auch eine Fahrspur

Auf dem Wasser muss man sich ebenfalls an Regeln halten. So gilt auf der Lesum eine Höchstgeschwindigkeit von 12 Km/H und Wellenbildung „ist zu vermeiden“. So hatten wir genügend Zeit uns die Gegend von der Wasserseite aus anzusehen.

Schulschiff Deutschland in Vegesack

Ab dem Schulschiff in Vegesack ist es erlaubt, schneller zu fahren. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die Weser, in die die Lesum mündet, war an dem Tag anfängerfreundlich. Mit der Strömung lief das Boot sehr ruhig Richtung Bremerhaven. Da der Honda Motor jetzt auf Betriebstemperatur gelangt war, konnten wir auch mal schneller Fahren. Das Boot schafft circa 40 Km/H unter guten Bedingungen. Nur vor den Wellen von entgegen kommenden Schiffen sollte man Respekt haben. Dann knallen die Wellen ordentlich unter dem Schlauchboot.

U-Boot-Bunker Valentin

Auf unserer weiteren Fahrt kamen wir auch am U-Boot-Bunker Valentin vorbei. Dabei handelt es sich um das größte Rüstungsprojekt der Kriegsmarine im 2. Weltkrieg. Heute ist der Bunker eine Gedenkstätte. Bis zur Weserinsel Harrier Sand fuhren wir an diesem Nachmittag. Dann kehrten wir um. Gegen die Strömung ging es nicht ganz so schnell voran.

Dreimastschiff Grossherzogin Elisabeth

Trotzdem machten wir noch einen Abstecher in die Hunte bis zum Anleger Elsfleth. Hier liegt unter anderem das Segelschiff Grossherzogin Elisabeth aus dem Jahre 1909. Damals lief sie jedoch unter dem Namen San Antonio vom Stapel. Sie wird von dem gleichnamigen Verein aus Elsfleth als Ausflugs- und Ausbildungsschiff betrieben. Bei der Rückkehr auf die Weser durfte ich die Pinne übernehmen. Obwohl ich keinen Führerschein besitze, darf ich das Boot mit 20-PS Motor fahren. Auf dem Wasser reicht es, wenn „einer der Mitfahrer“ einen Führerschein besitzt. Bis 15 PS ist das Führen eines Bootes in den meisten Fällen führerscheinfrei. Mit den Verkehrsregeln auf dem Wasser sollte man sich trotzdem auskennen. Auf meiner Fahrt musste ich noch einen Frachter überholen. Das war schon ein komisches Gefühl, mitten auf der Weser in dem kleinen Boot an diesem großen Schiff vorbei zu fahren. Als nächstes kam uns ein Schlepper entgegen. Der fuhr mit ganz kleiner Fahrt. Die Wellen, die er erzeugte ließen das Schlauchboot auf dem Wasser mächtig hin und her schwanken. Zur Sicherheit hab ich in dem Moment das Gas ganz heraus genommen. Nach dem wir wieder die Geschwindigkeit aufgenommen hatten, flog mir durch den Wind zu allem Überfluss noch meine Schirmmütze weg. Um sie wieder zu bekommen, durfte ich noch ein „Mann-über-Bord-Manöver“ fahren. Die Mütze haben wir wieder eingefangen. Danach habe ich die Pinne lieber wieder in kundige Hände gegeben.

Lesumsperrwerk in der Abendsonne

Mit der letzten Sonne des Tages erreichten wir wieder die Lesum und durchfuhren das Sperrwerk. Die Kühle des Abends machte sich so langsam breit. Man merkt doch, das es wieder Herbst wird.

Das war ein schöner und entspannter Nachmittag auf dem Wasser. Das Fahren mit dem Schlauchboot hat mir viel Spaß gemacht. Leider hatte ich „vor Aufregung“ kein Bild von dem Schlauchboot gemacht. Das Titelbild zeigt es bei seinem Sommereinsatz in Kroatien.

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