Walkenried mit Luigi und Duke 2018

Nun ist es soweit: Meine erste Tour mit Luigi und der Duke steht an. Am Sonntag habe ich alle Klamotten verstaut. Es sind doch noch ein paar Sachen wie z.B. Montageheber oder Akkuschrauber dazu gekommen. Da ich diesmal alleine fahre, gibt es aber keine Probleme mit der Zuladung. Zum Schluss hat mir mein Sohn noch bei der Verladung und dem Verzurren der KTM geholfen. Sie steht bombenfest.

Am Abfahrtstag noch mal kurz die Gurte gecheckt. Dann geht es los.

Als erstes mache ich nochmal den Tank voll. Ob ich mich noch daran gewöhne, das die Tanksäule erst bei über € 100,- Schluss macht?

Dem Fahrverhalten von Luigi merkt man schon an, das hinter der Hecktür noch ein Motorrad Platz gefunden hat. Jedoch bereitet es keine Probleme. Kurven fahre ich etwas langsamer und abbremsen tue ich auch nicht so stark, damit der Lenker nicht am Heckfenster klopft. Vorsichtshalber habe ich noch ein Polster über Griff und Bremshebel gezogen.

Da bei Schwarmstedt wieder Stau gemeldet ist, verlasse ich die Autobahn über die Raststätte vorher und fahre die Bundesstraße über Celle bis Braunschweig. Ab dort geht es auf der A395 Richtung Harz.

Gegen 14.00 Uhr erreiche ich den Knaus Campingpark in Walkenried. Den habe ich mir ausgesucht, weil er sehr gute Bewertungen hat und prima für meine Touren gelegen ist.

Da die Rezeption erst um 15.00 Uhr wieder öffnet, ruhe ich mich ein wenig aus. Nebenbei gehe ich schon einmal über den Platz und schaue mir die Einrichtungen an.

Die Sanitäranlagen sind wie neu. Einen Stellplatz suche ich mir auch schon aus.

Bei der Anmeldung lege ich meine ACSI-Campingcard vor. So bekomme ich den Stellplatz pro Nacht inklusive Strom für € 17,- zzgl. Müllgebühren und Kurtaxe. Für 2 Personen und bis zu 2 Kindern würde ich das Gleiche bezahlen. Natürlich gilt das nicht in der Hauptsaison.

Da noch wenig los ist, bekomme ich den gewünschten Platz. Er ist super gerade und mit Schotter belegt. Als erstes schließe ich den Strom an. Gleich danach befreie ich die Duke von ihren Fesseln und rolle sie von der Rampe. Gott sei Dank wiegt sie nur 160 KG. Alles klappt super. Eineinhalb Stunden später genieße ich schon die selbst gekochten Spaghetti Bolognese.

Danach drehe ich noch eine kleine Abendrunde über Hohegeiß. Dabei fängt es auch kurz an zu regnen. Da ebenfalls noch viel Dreck auf der Straße liegt, bleibt es bei dieser langsamen Einfahrrunde.

Am zweiten Tag geht es auf eine Tour durch den Westen des Harz. In Hohegeiß möchte ich noch die Hexe am Ortsrand fotografieren. Über die B4 gelange ich nach Braunlage zum Tanken. Den Verbrauch der Duke errechne ich anhand Bordcomputer und Tankmenge mit 3,69 Liter pro 100 KM.

Auf dem Weg zum Tanken stehen am Straßenrand schon die Ersten, um zu schnelle Biker zu knipsen. Ich halte mich lieber an die Vorgaben. Das dies ein gutes Vorhaben ist, bestätigt mir ein harzerfahrener Biker beim Smalltalk am Torfhaus. Seit 2 Jahren haben die Kontrollen sehr zugenommen.

An der Okertalsperre vorbei fahre ich weiter bis nach Goslar. Die Stadtmauer und die historischen Gebäude der Altstadt sehen toll aus.

Langsam gewöhne ich mich an das Kurvenfahren mit der Duke. Am besten funktioniert es, wenn ich vor der Kurve einen niedrigeren Gang als sonst wähle. Das verhindert eventuelles Kettenschlagen und das Schalten in der Kurve. Es fühlt sich so an, als wenn ich mit einem Präzisionswerkzeug die Kurve bearbeite. Am Kurvenausgang liegt dann genügend Drehzahl für flottes Beschleunigen an. Die KTM macht mir richtig Spaß.

Das genieße ich bei der kurvenreichen Fahrt über Clausthal Zellerfeld und Osterode. An der Sösetalsperre gibt es wieder herrliche Blicke über das Wasser auf die Berge. Eigentlich wollte ich noch die Oder-Talsperre abfahren, aber nach St.Andreasberg habe ich den falschen Abzweig genommen. So fahre ich Richtung Herzberg und Bad Sachsa zurück zum Campingplatz. Die Strecke betrug am Ende ca. 180 KM.

Am dritten Tag möchte ich mir den PS-Speicher in Einbeck ansehen. Das Garmin Navi schlägt mir eine knapp 100 KM lange kurvige Anfahrt vor. Um 10.00 Uhr fahre ich bei herrlichem Wetter Richtung Oberharz los. Die Route führt über Zorge und Braunlage, an der Sösetalsperre vorbei nach Osterode. Kurz vor Edesheim quere ich die A7. Auf der B3 erreiche ich Einbeck. Für die Rückfahrt nehme ich die gleiche Strecke. Wie es mir im PS-Speicher gefallen hat, könnt Ihr in einem extra Bericht erfahren.

Am vierten Tag habe ich eine Tour durch den Ostharz geplant. Ich verlasse den Campingplatz in östlicher Richtung. Nach wenigen Minuten überfahre ich die ehemalige Grenze. Mein erstes Ziel ist die Rappbodetalsperre. Seit neuestem befindet sich dort mit 483 Metern die längste Hängebrücke Ihrer Art.

Ich habe mir vorgenommen, einmal darüber zu laufen. Für € 6,- darf ich das Bauwerk testen. Zwischendrin muss ich mich festhalten, da die Brücke ganz schön schaukelt. Es macht mir viel Spaß. Dafür, das im Harz eigentlich noch nichts los ist, ist der Andrang hier enorm. Der Parkplatz ist gut besucht. Nur ich bin der einzige Motorradfahrer. Ich zahle ich einen Euro Parkgebühr.

Nur die Freundlichkeit der Bodenbesitzer hält sich wieder Mal in Grenzen. Obwohl die Eisbude total leer ist, darf ich mich nicht für einen Moment ohne Verzehr setzen. Auf meine höfliche Frage werde ich von der Dame angepampt. Leider gibt es auf dem Parkplatz keine anderen Sitzmöglichkeiten.

Über Rübeland, Hüttenrode und Wienrode gelange ich nach Treseburg.

Hier beschieße ich am Ufer des dortigen Baches eine Pause zu machen. Das kühle Wasser hilft sofort mich zu erfrischen. Hierbei entferne ich auch die Membranen aus Jacke und Hose. Die Tageshöchsttemperatur betrug heute 28 Grad.

Als nächsten Stopp habe ich den Hexentanzplatz anvisiert. Als ich auf die Einfahrt des Parkplatzes zufahre, Stelle ich fest, das ich dort schon gewesen bin und drehe an der Schranke um. Da spare ich mir die erneuten Gebühren. Die Bilder werden später hinzugefügt.

So geht’s weiter durchs Bodetal Richtung Kyffhäuser.

Die Serpentinen zum Denkmal habe ich für mich alleine. Hier herrscht ein Tempolimit von 50 Km/h. Für mich ist das völlig ausreichend. Oben genehmige ich mir eine Kaffee und ne Wurst und halte ein wenig Smalltalk. Vom Kyffhäuser geht es zurück zum Campingplatz. Es war eine sehr kurvige und abwechslungsreiche Tour über eine Distanz von 210 Kilometern.

Am letzten Motorradtag suche ich mir ein Ziel im Nordwesten des Harz. Das Navi schlägt einen Campingplatz an der Innersten Talsperre vor. Die dazugehörige Strecke führt über Braunlage, Clausthal Zellerfeld und Wildemann. Am Ziel soll es auch ein Hotel geben.

Es ist geschlossen. Welch wunderschöne Lage direkt am See. Das müsste doch laufen. Ich lasse mich dahinter am Wasser nieder.

Es gibt sie, die idyllischen Orte, wo man für sich die Landschaft und die Ruhe genießen kann.

Nach der Rast überlege ich nochmal zum Torfhaus zu fahren. Kurz vor Hahnenklee komme ich auf eine Polizeikontrolle zu. Der Beamte zeigt mir an, das ich auf mein Tempo achten soll und winkt mich durch. Es zahlt sich für mich aus, im legalen Tempo unterwegs zu sein. Ich bremse halt vor Kurven weniger.

Da so langsam das Wochenende naht, ist am Torfhaus Treff schon etwas mehr los. Sicher wird es am Samstag und Sonntag wegen des guten Wetters voll sein.

Meine Abschlußrunde für diesen Harzaufenthalt ist eine Tour rund um den Brocken über Bad Harzburg, Wernigerode, Elend und Sorge und zurück zum Campingplatz. Das waren nochmal 180 kurvige Kilometer.

Jetzt werde ich mir noch ein Stück Fleisch in die Pfanne hauen, die Sommersonne genießen und danach anfangen zu packen. Schließlich geht es morgen wieder nach Hause. Danach verpacke ich schon mal alles, was ich aus der Heckgarage nicht mehr benötige. Nachdem das Motorrad wieder auf dem Heckträger steht, ist der Zugang dahin versperrt. Das Hochschieben und Verzurren der KTM gelingt mir ohne Probleme.

Nach einem schönen Frühstück verlasse ich den Campingplatz um 11.00 Uhr, um mir eine halbe Stunde später doch noch einen Bon wegen zu schnellen Fahrens abzuholen. Es war wenigstens nicht mit dem Motorrad 🙂

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