26/06/2022

Ærø

Im November 2021 habe ich noch einen Kurztrip nach Ærø unternommen. Die dänische Insel Ærø liegt unweit der Flensburger Förde. Sie hat knapp 6000 Bewohner. Hauptort von Ærø ist Marstal, im Südosten der Insel.

Transall C-160

Auf der Anreise machte ich noch Stopp in der Nähe von Rendsburg. Hier bekam ich die Möglichkeit, mir eine Transall der Bundeswehr anzuschauen, bevor sie kurze Zeit später außer Dienst gestellt werden. Es ist schon spannend für mich, das Cockpit und auch den Laderaum ansehen zu dürfen. Da hat man normaler Weise keinen Zutritt. Das Flugzeug ist in den 1960er Jahren entwickelt worden und wird seitdem von mehreren Streitkräften eingesetzt. Sie besitzt einen der größten Propeller der Welt. Nun wird sie durch den Airbus A 400M Stück für Stück abgelöst.

Ellen – die größte Elektrofähre der Welt

Mit der Fähre von Fynshav nach Søby erreichten Hilde und ich das Eiland. Da es im November schon so früh dunkel wird, durchquerten wir die Insel, zu unserem Ziel im Südwesten, im Blindflug. Es war ein Anwesen in der Nähe von dem Ort Bro. Freunde sind vor einem Jahr nach Dänemark ausgewandert. Nun wollte ich schauen, wo sie abgeblieben sind.

Nach einem netten Wiedersehensabend wollte ich am nächsten Tag das Schmuckkästchen der Insel ansehen. Æroskøbing ligt im Nordosten der Insel. Für die knapp 10 Kilometer habe ich mein E-Bike aus der Wohnmobil-Garage geholt. Die Insel wird auch besonders „hyggelig“ genannt. Das heißt im dänischen, das sie besonders idyllisch ist. Allerdings ist die Insel auch besonders hügelig. Auf einer kurzen Abfahrt habe ich mein KTM-Fahrrad einfach rollen lassen. Die Geschwindigkeit steigerte sich auf über 50 Km/h, ohne das ich mitgetreten habe. Auf dem Rückweg war ich froh über die elektrische Unterstützung des Fahrrads.

Eine Straße in Æroskøbing

Æroskøbing zog mich sofort in seinen Bann. Die vielen niedlichen kleine Häuser und Gassen vermittelten mir sofort ein heimeliges Gefühl. Meine Freunde sagten immer: Die Insel macht was mit einem. – Stimmt.

zwei der berühmten Strandhäuser

Ich durchstreifte die Straßen, ging zum Hafen und von dort aus zu den kleinen, bunten Strandhäusern. Sie sind als eingetragenes Kulturerbe ein Wahrzeichen der Insel. Sie haben keinerlei Installationen und dürfen von Ihren Pächtern nicht verändert werden. Plötzlich tauchte ein Brautpaar auf. Sie fragten mich auf Englisch, ob ich von Ihnen ein Bild machen könnte. Gerne kam ich diesem Wunsch nach. Als ich weiterradeln wollte, drehte ich mich nochmal kurz um und entdeckte das deutsche Kennzeichen an ihrem Auto. Ich fuhr zurück und wir unterhielten uns noch eine Zeit lang, bis der Braut in Ihrem weißen Kleid zu kalt wurde.

Anschließend setzte ich meine Tour durch den tollen Ort fort, bis ich an einem kleinen Bootsanleger eine Trinkpause einlegte. Dabei sprach mich eine ältere Dänin an. Sie fragte mich, wie ich denn die Insel fände und erzählte mir, wie besonders es dort sei. Ich konnte ihr nur zustimmen. Anschließend fuhr ich über die Hügel zurück zu Hilde.

Brandung am Strand von Ærø

Nach einer Stärkung ging ich zum nahe gelegenen Strand. Jetzt im November war er fast menschenleer. Nur ein Angler aus Deutschland verirrte sich ebenfalls dorthin. Dort stehen sechs Windräder. Sie sorgen unter anderem dafür, das die Insel sich autark mit Energie versorgt. Diese Ruhe und die Weite taten meiner Seele sehr gut. Besonders schön an der Insel Ærø ist dieses Ursprüngliche. Ich werde auf jeden Fall nochmal in der schönen Jahreszeit wiederkommen.

Am Abend war ich noch mit meinem Freund zum Abendessen verabredet. Wir fuhren wieder nach Æroskøbing, wo wir ins Restaurant Mumm einkehrten. Es ist wohl eine der besten Adressen dort. An diesem Abend gab’s aber nur ein einziges Menü. Entweder oder. Wir waren gespannt. Nach Lachs, Ente, Dessert und einer Flasche Wein waren satt und zufrieden. Ein erstklassiges Essen in tollem Ambiente. Beim Bezahlen verzichtete ich darauf, den Betrag umzurechnen. Auf meinem Kontoauszug war später zu lesen, das Essen gehen in Dänemark ein teureres Vergnügen ist. Macht aber nichts. Es war ein sehr schöner Abend.

Abschied im Sonnenschein

Das Wetter am nächsten Tag zeigte sich erst von seiner guten Seite, als ich schon auf der Fähre „Ellen“ Richtung Festland stand. Ellen ist wohl die größte, voll elektrische Fähre der Welt. Bei jedem Hafenaufenthalt wird sie automatisch aufgeladen. Ich empfand die Fahrt, aufgrund der geringen Geräusche und ohne Abgase, sehr angenehm. Die Insel verabschiedete mich mit herrlichem Sonnenschein.

Ausblick auf die Flensburger Förde beim Frühstück

Als nächstes Ziel stand Familie auf dem Programm. Nach 45 Jahren konnte ich meinen Cousin zum ersten Mal wieder treffen. Dazu fuhr ich nach Habernis an der Flensburger Förde. Da der dortige Campingplatz schon geschlossen hatte, habe ich auf dem Parkplatz gegenüber, mit dem Einverständnis des Eigentümers, „geparkt“. Um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen, habe ich dort in der Nacht auch geschlafen. Das Campen ist dort auf den Parkplätzen verboten und steht auf Schildern an jedem Platz angeschlagen. Die Familienzusammenführung lief besser als erwartet. Es war ein liebevolles Wiedersehen. Zum Frühstücken bin ich auf den nächsten Parkplatz gefahren. Von dort aus konnte ich aus dem Wohnmobil weit über die Ostsee schauen. Jeden Tag bin ich den Strandabschnitt auch mindestens einmal auf- und abgelaufen.

Zur letzten Übernachtung auf meiner Reise bin ich wieder bei der Familie auf der Elbinsel Krautsand gelandet. Am nächsten Tag endete diese wundervolle Reise nach Ærø wieder unbeschadet zu Hause.

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