Knaus Tango ist uns zugelaufen

Mein Wunsch ist es, mit der Familie mit Wohnwagen und Motorrad in Urlaub zu fahren. Die Idee dazu ist es, einen Wohnwagen aufzutreiben, wo durch eine Hecktür das Motorrad in den Wohnwagen geschoben werden kann. Dazu habe ich gestern einen Knaus 410 Tango in Holland erstanden.

Die Abwicklung mit der Firma Yor Caravan in Lettele verlief hervorragend. Die Besitzerin rief mich Abends um 21.00 Uhr am selben Tag nach meiner ersten  Anfrage zurück. Sie war sehr freundlich und zuvorkommend. Nach einigen Internetrecherchen über Probleme beim TüV, bekam ich aber Zweifel, ob es so eine gute Idee ist, einen Wohnwagen zu importieren. Also sagte ich ab.

Die Dame ließ aber nicht locker und meldete sich nochmal bei mir. Sie erzählte mir, das sie alle Erkundigungen eingeholt hätte und es gäbe keine Probleme. Meine Anfrage bei Knaus ergab, das dieses Modell ein deutsches Modell sei und es keinerlei Probleme bei der Zulassung geben werde. Also gut.

Ich habe einen Besichtigungstermin abgemacht und bin in Begleitung eines Freundes hingefahren. Der Wagen ist gut ausgestattet. Er hat als Extras ein Mover und Vorzelt. Wir habe uns sehr viel Zeit bei der Besichtigung gelassen. Leider hat das Dach einen Hagelschaden. Auch sonst gibt es noch hier und da eine Kleinigkeit zu machen. Es ist ja ein 17 Jahre alter Wohnwagen. Wir waren uns schnell über den Preis einig. Für die Ausfuhr benötigen wir noch ein weißes Nummernschild. Die Holländer machen übrigens die gleichen Witze wie wir, mit dem gelben Schild. Wir bekamen es bei einer Werkstatt ausgehändigt. Es hat die gleiche Funktion wie unser deutsches 5-Tages Kennzeichen mit gelbem Gültigkeitsdatum. Nur ist es für 14 Tage gültig. Ich habe also genug Zeit um damit zur Hauptuntersuchung zu fahren. Dann ab nach Hause.

Nach der Ankunft stellte ich das neue Familienmitglied vor. Zögerlich wurde er begutachtet. Leider stellte ich jetzt fest, das an einer bestimmten Stelle neben dem Wohnwagen ein komischer Geruch zu riechen war. Bei der Besichtigung haben wir davon nichts gemerkt. Da stand wohl das „Haben wollen“ zu sehr im Vordergrund. Die Laune schwand. Und tatsächlich, nach nochmaliger, genauerer Durchsicht des Deichselkastens entdeckte ich den Wasserschaden.

 

Erstmal eine Nacht darüber schlafen und den Ärger sich verziehen lassen.

Heute morgen dann um 08.00 Uhr bei der Verkäuferin angerufen, ob sie denn den Wagen zurück nehmen wolle. Auf so eine Action damit, habe ich gar keinen Bock. Für die Unannehmlichkeiten, die ich der Verkäuferin bereitet habe, würde ich sie auch entschädigen. Kein Problem. Leider war sie aber nicht dazu zu bewegen, den Wagen zurück zu nehmen. Ich hätte ja lange genug mir den Wagen angesehen. Womit sie nicht ganz unrecht hat. Was ich aber nicht so recht verknusen kann ist, das sie behauptete, sie hätte den Wagen sowohl bei mobile als auch auf ihrer Homepage schon gelöscht und deswegen wolle sie ihn nicht zurück. Leider stimmte beides nicht. Nun bleibt ein blöder Nachgeschmack, das sie unter Umständen vorher von den Schäden gewusst hat. Jetzt auch egal. Nach der Scheiße ist vor dem Glück.

Als nächstes habe ich den Wohnwagen ausgeräumt. Der Deichselkasten stinkt fürchterlich. Den Wasserkanister, die Moverbatterie, Kabelschächte und Leisten habe ich daraus ausgebaut und die Silikonfuge entfernt. Beim Entfernen der Wohnwagenecken verabschiedeten sich auch gleich noch 4 Befestigungen aus Altersgründen – womit wir schon beim nächsten Thema wären: Gibt es noch Ersatzteile? Das war genug für heute. Ich warte erstmal auf Antwort. Heute Abend ist wieder Motorradtreff am Hammehafen. Darauf freue ich mich.

Zweiter Teil

Eine Stelle, die ich bei der Besichtigung gesehen habe, erwies sich später als zweiter Wasserschaden, bei dem auch das Holz angegriffen war.

Nachdem ich den lockeren Türhalter abgebaut habe, habe ich das schadhafte Holz entfernt und ein Stück Hartholz mit Sikaflex eingeklebt und dabei die 4 Löcher in der Aussenhaut ebenfalls verschlossen. Darüber bringe ich beidseitig der Tür jeweils eine Blende aus dem Wohnwagenholz an.

Da der Wohnwagen schon 3 Vorbesitzer hatte und jeder gerne eigene Einbauten vornimmt, demontierte ich alle nachträglichen Einbauten und versuchte alle Löcher zu verschließen. Dazu stellte ich die originale Verkabelung wieder her. Als eine sehr gute Idee erwies es sich, alle 220V Leitungen mit dem Phasenprüfer zu kontrollieren. So stellte ich auf einem grüngelben Erdungskabel 220V fest. Diese Pfuscher!

Im Inneren des Wagens sahen die Wasserschläuche nicht mehr für das Trinkwasser tauglich aus, so dass ich neue, blaue Leitungen einbaute. Gleichzeitig tauschte ich die alte Wasserpumpe gegen eine Stärkere aus.

Apropos Wasser – den Grund für den Wassereintritt am Gaskasten habe ich dann auch gefunden. Es gibt die benötigte Dichtung mit 2 verschiedenen Wulsten. Ich habe mir im Internet eine mit einer größeren Wulst bestellt und eingebaut. Und siehe da – die Dichtung schmiegt sich förmlich an den Rahmen und das Wasser bleibt draußen. Diese Pfuscher!

Die vorderen Wohnwagenecken habe ich dann geklebt und mit neuen Haltern montiert. Nach einer gründlichen Reinigung und dem Probelauf aller Gasgeräte ging es zur HU und Gasprüfung. Der Prüfingenieur nahm die HU erfolgreich ab. Bei der Gasanlage streikte er jedoch. Die Anlage war nicht im Originalzustand. Einen zweiten Versuch unternahm ich bei meinem Wohnwagen-Gebrauchthändler. Nach Stilllegung eines Gasaußenanschlußes nahm der Tango auch diese Hürde. Hurra! Der Rest wird eine Kleinigkeit – dachte ich.

Also einen ersten Test mit einer Übernachtung. Alle Campingutensilien eingeräumt, Toilette vorbereitet, Wasser aufgefüllt und Klamotten rein. Los geht’s.

Aber nur 2 KM. Plötzlich fiel mir auf, das die rechte Wohnwagenecke fehlte. Wir hatten keinen Feindkontakt und auch nichts gestreift – jedenfalls nicht wissentlich. Nach sofortiger Rückfahrt blieben alle Suchen mit Rad und zu Fuß erfolglos. Damit ist es bewiesen: Es gibt auch hier schwarze Löcher. Nach der professionellen Reparatur der Begrenzungsleuchte mit Klebeband fuhren wir mit 3 Stunden Verspätung zur Familienfeier. Endlich angekommen, habe ich natürlich gleich einen auf das neue Gefährt ausgegeben. Bei der Vorführung der Toilette machte es beim Spülen „Knack“ und es pumpte nicht mehr so viel Wasser durch. Das kann nicht gut sein.

Dritter Teil

Neues Jahr, neues Glück. Einer spontanen Idee folgend, habe ich den Tango doch bei Ebay Kleinanzeigen angeboten. Nach einer viertel Stunde rief ein Händler an und machte mir ein Angebot. Zwei Stunden später war der Tango ausgeräumt und weg.