29/11/2021

Nordwestmecklenburg

Unseren Sommerurlaub verbrachten wir 2021 in Nordwestmecklenburg. Dazu hatten wir uns den Campingplatz Liebeslaube in Hohenkirchen ausgesucht. Der liegt direkt an der Ostsee in der Wohlenberger Wiek. Der Platz hat ganzjährig geöffnet und gehört zu den Top 100 Plätzen des Jahres. Von unserem Stellplatz konnten wir auch ein klein wenig Ostsee sehen. Die sanitären Anlagen waren super und in unmittelbarer Nähe.

Sonnenuntergang an der Wohlenberger Wiek

Die Anreise nach Nordwestmecklenburg am Freitagvormittag verlief -wie geplant- ohne Staus. Der komplette Aufbau des Wohnwagen und Vorzelt war aufgrund von lebhaften Wind in 2 Stunden im Trockenen erledigt. Abends hatten wir noch das Glück, einen schönen Sonnenuntergang zu sehen.

Beetlesunshinetour in Travemünde

Da die Wettervorhersage für das Wochenende in Nordwestmecklenburg bescheiden ausfiel, sind wir am Samstag nach Travemünde gefahren, weil wir zur Not auch etwas Indoor unternehmen konnten. Hier fand an diesem Wochenende das alljährliche VW Treffen „Beetlesunshinetour“ statt. Auf der Wiese zwischen Kurhaus und Promenade stellten die Teilnehmer ihre VW Beetle zur Schau. Unser Beetle Cabrio ist zu Hause in der Garage geblieben. Somit waren wir nur Besucher anstatt Teilnehmer. Trotzdem hatte uns der Auflauf gefallen und wir konnten, hier und da, etwas Kurioses oder Sinnvolles aufschnappen. Da der Regen wieder stärker wurde, suchten wir noch einen Shopping-Tempel auf und bummelten noch eine Weile herum. Bis Montagnachmittag hielt sich der Regen hartnäckig über uns.

Strand von Boltenhagen

Unsere erste Radtour führte am Dienstag ins benachbarte Boltenhagen. Hinter Wohlenberge bogen wir rechts in einen schönen Radweg ein. Dieser zog sich abseits der Straßen auf und ab durch Felder und Wiesen. In der Ferne konnten wir immer noch die Ostsee sehen. Am Ende kamen wir in Boltenhagen wieder heraus. Wir stellten die Räder am ersten Strandaufgang ab. Von dort ging es zu Fuß auf dem neu errichteten Holzweg immer an der Bucht entlang.

Beobachtungsposten bezogen

Wir gingen circa 3 Kilometer bis zur Seebrücke, auf der wir an der Spitze eine kleine Pause einlegten. Wir genossen den Blick über das Meer, bei dem man auf der anderen Seite der Bucht unseren Campingplatz erahnen konnten.

Brunnen des Kurparks

Danach gingen wir in den Kurpark. Im Kurhaus kauften wir zwei Eintrittskarten für eine Abendvorstellung der Piratenspiele in Grevesmühlen. Standesgemäß gab’s noch eine Thüringer Rostbratwurst im Brötchen am Brunnen des Kurparks. Für den Rückweg zu den Fahrrädern nutzten wir wieder den tollen Weg am Strand. Die 11 Kilometer bis zum Campingplatz waren mit unseren Rädern ein Klacks. Beide funktionierten bis dahin ohne Probleme.

Sonnenuntergang wie gemalt

Nach unserer Rückkehr war Entspannung angesagt. Passend dazu malte die Natur ein wunderschönes Spektakel auf die Himmelsleinwand.

Dreharbeiten zu SOKO Wismar

Am nächsten Tag radelten wir in die Gegenrichtung zur Wismarer Bucht. Unser erstes Ziel sollte die Marina von Hohen Wieschendorf sein. Dabei machten sich die E-Bikes gut bezahlt. Es ging ordentlich rauf und runter in der hügeligen Landschaft von Nordwestmecklenburg. Als wir an der Marina ankamen, wurden wir schon von Lars Pöhlmann, alias Dominic Boeer begrüßt. Er spielt einen Kommissar in der ZDF-Serie SOKO Wismar. An diesem Tag war Drehtag an der Marina. Eine Zeit lang beobachteten wir die Proben und die Dreharbeiten, bevor wir weiter fuhren.

traumhafte Natur

Über einen kleinen Feldweg ging es zwischen Wald und Maisfeld entlang. Immer wieder waren wunderschöne Aussichten zu bestaunen. Kurz vor Zierow stießen wir auf den „Ostsee Radfernweg“, dem wir zurück bis zum Campingplatz folgten.

Kulisse des Piraten-Open-Air

Am Abend besuchten wir das Piraten-Open-Air in Grevesmühlen. Es wurde die Geschichte von der Entstehung der freien Piratenrepublik auf der Insel Grand Turk in der Karibik erzählt. Es war eine recht kurzweilige Aufführung. Da wir Plätze in der ersten Reihe gekauft hatten, konnten wir die einzelnen Darsteller sehr gut beobachten. Teilweise fand das Geschehen nur gut zwei Meter von uns entfernt statt. Da die Ferien schon vorbei waren und die Vorstellung mitten in der Woche stattfand, war der Andrang nicht so groß und wir genossen das Schauspiel sehr entspannt.

Blick auf Wismar vom Anleger Wendorf

Als nächstes besuchten wir die Hansestadt Wismar per Rad. Wir brauchten wieder nur dem Ostsee Radfernweg folgen. Er führte uns direkt ins Zentrum. Nachdem wir vor 4 Jahren das erste Mal Wismar gezeigt bekommen haben, wollten wir unbedingt nochmal wieder kommen. Das wir das mit dem Rad gemacht haben, ist umso schöner.

St.Nikolai mit der frischen Grube

Wir radelten durch das Zentrum bis zum Marktplatz und kauften auch noch ein paar Kleinigkeiten. Überall entdeckten wir beim Vorbeifahren Drehorte alter SOKO Wismar Folgen. Der Kirche St. Nikolai statteten wir noch einen Besuch ab, bevor es weiter in den Hafen ging. Hier genossen wir die Sonne bei einer Tasse Kaffee und beobachteten das bunte Treiben.

Kreuzfahrtschiff Superstar Libra

Anschließend drehten wir noch eine Runde im Hafen und entdeckten dabei noch ein Kreuzfahrtschiff. Mit einer Restreichweite des Fahrradakkus von 10 Kilometern erreichten wir wieder unsere Liebeslaube.

Abendstimmung über der Wohlenberger Wiek

Wie fast jeden Abend lädt auch an diesem Abend der Sonnenuntergang über Nordwestmecklenburg zum Träumen ein.

Steilküste Boltenhagen

Rund um die Wohlenberger Wiek macht das Fahrradfahren viel Spaß. Die Strecken sind meistens gut ausgebaut. Manchmal erwischt man aber auch Wirtschafts- oder Feldwege. Auf denen lässt es sich trotzdem gut voran kommen. Außerdem bekommt man viel abseits der Reiseführer zu sehen. So auch auf unserer nächsten Tour zur Steilküste von Boltenhagen. Ab dieser Landspitze beginnt die Lübecker Bucht. Leider finden hier immer wieder Abbrüche statt, sodass man aufpassen muss, nicht mit herunter zu stürzen.

Gutshaus Redewisch

Im weiteren Verlauf entdeckten wir noch das Gutshaus Redewisch. Dieses alte Rittergut ist seit 1817 im Besitz der Familie C. Wilhelm Lueder.

Santower See

Auch wenn man ins Landesinnere fährt, gibt’s viel zu sehen. Unsere nächste knapp 40 Kilometer lange Tour führte uns am Santower See vorbei. Ein See mit überregional bedeutsamen Tier- und Pflanzenwelt, der deswegen unter Naturschutz steht. Nach einer kleinen Pause am See fuhren wir weiter zum Steinzeitdorf Kussow.

Hütte im Steinzeitdorf Kussow

Hier kann man sich über die Steinzeit und dazugehörige Funde aus Norddeutschland informieren.

Wollschwein

Am besten hat mir das dortige Wollschwein gefallen. Ich dachte immer, das der Begriff eine Umschreibung für ein Schaf ist. Da lag nun ein echtes Exemplar mit dichtem Fell vor uns.

Rundumblick über die Wohlenberger Wiek

Zum Ende der Tour konnten wir nochmal einen Blick über die gesamte Wiek werfen.

Schloss Bothmer

Auch ohne Fahrrad gibt es noch genug Möglichkeiten, seine Zeit in Nordwestmecklenburg zu verbringen. Eine ist, immer wieder wenn wir Urlaub an der Küste machen, der Besuch des Kaufhaus Stolz, zu dem mich meine Frau einlädt. Das ist hier im Ort Klütz beheimatet. Ebenfalls in Klütz gibt es das Schloss Bothmer. Dabei handelt es sich um die größte erhaltene Barockanlage in Mecklenburg-Vorpommern. In dem Schloss ist ein Museum, eine Orangerie sowie ein kleiner Souvenir-Shop untergebracht. Nach dem Krieg wurde das Gebäude sogar als Altenheim umfunktioniert. Seit 2015 ist es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Im schön angelegten Park haben wir, bei einem Spaziergang, eine Pause in dafür extra bereit stehenden Liegestühlen genossen.

Wismar von oben

Am nächsten Tag haben wir einen Abstecher nach Wismar unternommen. Es ist die Metropolstadt des Kreises Nordwestmecklenburg. Die Stadt hat in der Vergangenheit eine wechselvolle Geschichte. Sie gehörte zur Hanse, stand unter schwedischer und dänischer Herrschaft, gehörte zur DDR und jetzt zum wiedervereinigten Deutschland. An einigen Stellen wird das im Stadtbild heute noch sichtbar. Als erstes besuchten wir die 35 Meter hohe Aussichtsplattform der St. Georgen Kirche. Von dort aus hat man einen herrlichen Rundumblick über fast ganz Wismar. Hier konnten wir in aller Ruhe den Ausblick genießen. Es waren kaum Besucher auf der Plattform.

Marktplatz von Wismar

Danach schlenderten wir durch das Zentrum. Auf dem Marktplatz waren mittlerweile alle Stände abgebaut, sodass wir einen freien Blick auf alle Häuser hatten. Am Hafen gab’s zum Sonnenuntergang Fisch, Pommes und ein Bier vom Kutter. Viele Besucher strömten zum Ende des alten Hafens, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Wir setzten uns auf die Kaimauer dazu. Neben uns lag das Kreuzfahrtschiff Amera. Der Kapitän stand auf der Brücke und machte ebenfalls Fotos. Meinen Gruß erwiderte er freundlich. Danach beschlossen wir, die Jacken aus dem Auto zu holen und noch eine Runde bei Dunkelheit durch Wismar zu laufen.

das Rathaus von Wismar

Als wir wieder beim Marktplatz ankamen, schaltete sich pünktlich die Straßenbeleuchtung ein. Sie hüllt die Straßen und Häuser in ein ganz besonderes Licht. Die Gassen wirken wie aus einer anderen Zeit.

der alte Hafen am Abend

Zum Ende unseres Besuchs in Wismar gingen wir auch noch einmal durch den alten Hafen. Ich konnte mich gar nicht Satt sehen, an dieser traumhaften Kulisse. Einen Teil nehme ich mit den Bildern mit nach Hause. Auf dem Parkplatz retteten wir einem Dänen noch den Tag, weil keine seiner Kreditkarten vom Automaten genommen wurde. Wir bezahlten seine Gebühr, sodass er abfahren konnte. Er wollte am Abend noch zurück nach Hause. Wir hatten es zum Glück nicht so weit bis zur Liebeslaube.

Stars am Strand mit Johannes Oerding

Unser letztes Highlight im Urlaub in Nordwestmecklenburg fand eigentlich in Schleswig-Holstein statt. Zwei Jahre zuvor hatten wir geplant, uns während des Konzerts von Johannes Oerding am Timmendorfer Strand neben der Strandarena in den Sand zu setzen und für lau dem Konzert zu lauschen. Nachdem das Konzert schon zwei Mal wegen Corona verschoben wurde, passte es diesmal genau in unserem Urlaub. Die gut 40 Kilometer lange Fahrt dauerte mit dem Auto aufgrund der Fähre in Priwall etwas über eine Stunde. Um uns über die Gegebenheiten vor Ort zu informieren, liefen wir die zwei Kilometer vom Parkplatz bis zur Strandarena am Strandweg. Als wir dort ankamen, hatte ich die Idee, doch mal nach Tickets zu Fragen. Das Konzert war aber seit 2019 ausverkauft. Die freundliche Dame am Häusschen zeigte aber auf einen Mann gegenüber, der umständehalber seine beiden Karten veräußern wollte. Wir wurden uns schnell handelseinig. Die Karten wechselten mit einem kleinen Abschlag den Besitzer. So konnten wir das tolle Konzert von Johannes Oerding unverhofft direkt miterleben. Das Wetter meinte es besonders gut mit diesem Abend. Während der ganzen Vorstellung waren schon Blitze am Himmel zu sehen. Es fing aber erst 10 Minuten nachdem wir im Auto saßen, an zu regnen. Das war ein ganz besonderer Abend und ein würdiger Abschluss unseres Urlaubs in Nordwestmecklenburg.

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