Odenwald 2019

Auch 2019 verreist die KTM Duke 690 „huckepack“ mit Luigi. Für 10 Tage habe ich mir den Campingplatz Odenwaldidylle in Fischbachtal ausgesucht. Der Ort liegt circa 20 Kilometer südöstlich von Darmstadt.

Die Anreise verlief bis Göttingen sehr zäh. Mir kam es so vor, als wenn ich ab Achim bis Göttingen in einer einzigen Baustelle unterwegs war. Immer wieder verzögerten Staus die Weiterfahrt. Zu allem Überfluss waren die Verkehrsnachrichten von NDR2 entweder falsch oder gar nicht vorhanden. Erst mit dem Erreichen von Hessen und dem Wechsel zum hessischen Rundfunk wurde dies besser. Jetzt lief der Verkehr und die Nachrichten dazu wesentlich besser. Gegen 18.30 Uhr kam ich am Campingplatz an. Der Stellplatz liegt ganz am Ende des Platzes. Dafür habe ich dort meine Ruhe.

Die Besitzer sind sehr freundlich und bemüht. Besonders auf das Aufstellen von Hinweis- und Verbotsschildern wird besonderen Wert gelegt.

Den Rest des Tages nutze ich für die Einrichtung des Platzes und das Entladen des Motorrades. Danach bin ich kaputt und meine Laune ist im Keller. Irgendwie muss ich mich jedesmal erst an das Alleinreisen wieder gewöhnen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen versuche ich die Sat-Anlage für’s Fernsehen einzurichten, was jedesmal wieder eine Herausforderung für mich ist. Letztendlich hat es ganz gut geklappt, sodass ich Abends noch ein wenig Unterhaltung habe. Es wird mittlerweile schon gegen 20.00 Uhr wieder dunkel.

Danach weise ich mein Navi an, mir eine Rundtour durch den Odenwald zu erstellen. Als Ziel gebe ich Wertheim am Main ein. Für die Hintour benötige ich ungefähr zwei Stunden. Endlich darf ich mal wieder ausgiebig Kurven fahren. Schöne Passagen durch den Wald wechseln sich mit Ausblicken mit Weitblick ab. Ich brauche aber auch eine gewisse Zeit, um mich einzufahren.

In Wertheim setze ich mich an den Main und genieße den Platz am Wasser. Auf Sightseeing habe ich noch keinen Bock. Auf der Rücktour fahre ich durch Miltenberg. Der Ort ist bekannt für seine Altstadt mit vielen Fachwerkgebäuden. Die Besichtigung mache ich wohl im Laufe der nächsten Woche. Als letztes Zwischenziel erreiche ich das Reußenkreuz. Hier war einmal ein großer Motorradtreff. Durch die Sperrung der Strecke am Wochenende, die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 70 Km/H und das Überholverbot, alles nur für Motorräder, ist hier fast nichts mehr los. Ich habe trotzdem noch mit einem Motorradfahrer aus dem Spessart ein ausgiebiges Schwätzchen gehalten.

Zurück auf dem Campingplatz habe ich mir noch etwas gebrutzelt und lasse danach den Tag ausklingen.

Am nächsten Tag habe ich mich mit einem Freund in Ketsch verabredet. Das liegt zwischen Mannheim und Heidelberg direkt am Rhein. Die Fahrt dorthin dauerte circa 1,5 Stunden. Die KTM ließen wir auf einem Supermarkt Parkplatz stehen und bewegten uns fortan mit Auto bzw. zu Fuß.

Nach dem Mittagessen im „Alten Fritz“ sind wir über die alte Rheinbrücke auf die Ketscher Rheininsel gewandert. Diese ist durch die Begradigung des Rheins entstanden und als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Wenn man quer über die Insel wandert, erreicht man nach 1,3 Kilometern das Fahrwasser des Rheins. Dort ließen wir uns auf einer Bank nieder, genossen das schöne Wetter und beobachteten den Verkehr auf dem Rhein.

Nach dem Rückweg fuhren wir noch nach Schwetzingen, um uns den Schloßgarten anzusehen. Leider muss man dafür € 6,- Eintritt pro Person bezahlen. Das war es uns nicht wert. So bummelten wir ein wenig durch das Zentrum der Stadt und machten uns nach einem Eisbecher wieder auf den Weg zurück nach Ketsch. Hier durfte ich mich wieder in die, für das Wetter viel zu warme Motorradkluft zwängen und fuhr die 1,5 Stunden wieder zurück zum Campingplatz. Rechtzeitig zur 2. Halbzeit des Fußballspiels am  Samstagsabend kam ich dort an und schaute mir die Übertragung an. Die restliche Zeit des Abends verbrachte ich mit Lesen und noch ein wenig Fernsehen.

Schloss Lichtenberg

Am Sonntag Vormittag habe ich mir die Übertragung der MotoGP Rennen angesehen. Während dessen startete auf dem Campingplatz ein Bayrischer Tag mit Haxn, Weißwurst und Musik. Um mich ein wenig dem Idyll zu entziehen, wanderte ich den Berg hinter dem Platz hinauf nach Lichtenberg. Dort wollte ich mir das Schloss aus der Nähe ansehen. Vom Schlosshof hat man eine herrliche Aussicht über die Landschaft. Hin wie zurück führte der Weg durch einen schönen Wald. Der spendete Schatten und ließ die Temperaturen angenehm werden. Ansonsten war es wohl einer der letzten heißen Tage in diesem Jahr. Deswegen blieb das Motorrad auch stehen. Am Abend suche ich mir ein paar Ziele für die nächsten Tage.

Hirschhorn am Neckar

Nun ist das Navi wieder an der Reihe. Eine Rundtour mit Zwischenziel in Hirschhorn am Neckar soll es sein. Ich fahre erst gegen 11.30 Uhr los. Ist ja Urlaub und ich bin nicht auf der Flucht. Die Strecke führt wieder über das Reußenkreuz und weiter nach Beerfelden.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das ich als Motorradfahrer im Odenwald nicht willkommen bin. Überall stehen Schilder mit der Bitte um Rücksichtnahme für den Lärmschutz der Kinder. Natürlich ist immer ein Motorradfahrer abgebildet. Dazu kommen die Streckenverbote und Einschränkungen nur für Motorradfahrer. Ganz abgesehen davon darf man hier an den normalen Strecken auch meistens nur 70 oder 80 fahren. Als letztes stehen fast in jedem Dorf Blitzer und das Tempo ist oft auf 30 Km/H begrenzt. Der Spaß am Motorradfahren ist doch sehr eingeschränkt. Wiederkommen werde ich hierher wohl erstmal nicht mehr. Die Lust, mir Hirschhorn anzusehen, ist mir irgendwie auch vergangen. Mittlerweile denke ich über eine vorzeitige Abreise nach.

Was dann auch so passiert ist. Nächsten Morgen habe ich alles eingepackt und nach Hause gefahren. Wenigstens hatte ich Glück mit dem Verkehr. Nächstes Mal wird wieder besser.

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