Rhön 2017

Dieses Jahr wurde es mal wieder Zeit für unsere Vatertagstour. Zu dritt fuhren wir mit Motorrad in die Rhön. Um 09.30 Uhr ist Treffen am Parkplatz Osterwiesen. Alle sind pünktlich – mit Glück. Andrè lief auf dem Weg zum Treffpunkt eine Katze vor das Motorrad. Beide blieben wohl unverletzt. Es ist nicht überliefert, ob die Katze schwarz war und von links nach rechts über die Straße lief.

Über die Autobahn 27 geht es an Bremen vorbei bis Langwedel. Wie schon bei meiner Dolomiten-Tour überquerten wir das Weserwehr bei Intschede. Das einspurige Bauwerk finde ich bei jeder Überfahrt wirklich sehenswert.

Über Verden, Dörverden fuhren wir bis zur Weserfähre nach Schweringen. Es handelt sich hierbei um eine kettenangetriebene Fähre. Die Überfahrt kostet € 1,50 pro für ein Zweirad. Auf der anderen Seite wurde für die Himmelfahrts-Ausflügler Spanferkel und Bier bereit gehalten. Wir haben es bei Kaffee und mitgebrachten Keksen belassen.

Anschließend folgten wir westlich der Weser ihrem Lauf. Bei Stolzenau überquerten wir den Strom das letztes Mal, um am Rande des Weserberglands weiterzufahren. Über Bodenwerder und Uslar gelangten wir nach Jühnde. Dort kippte die fast nagelneue Honda bei der Anfahrt auf unseren Rastplatz auf die Seite. Vielleicht war die Katze doch schwarz?

Nachdem der erste Ärger verraucht war, setzten wir unsere Reise fort und erreichten das Hotel zu Löwen gegen 18.00 Uhr in Friedewald. Leider habe ich ein Zimmer im alten Trakt bekommen. Es war ein wenig altbatsch und die Dusche hatte wirklich nur Stehhöhe. Mein Kopf stieß schon an die Decke. Das Frühstück des Hotels war allerdings wirklich gut.

Nach ausreichend Schlaf und einem guten Frühstück machten wir eine Rundfahrt durch die Rhön. Der BMW-Navigator V leistete wieder ganze Arbeit. Abseits der Bundesstraßen erlebten wir über kleine, kurvige Straßen, Berge, Täler und kleine Orte mit wenig Verkehr. Zu mittag erreichten wir die Wasserkuppe. Ein touristischer Hotspot mit Flughafen, Sommerrodelbahn, Kletterpark, Restaurants und Motorradtreff.

Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen. Zu Essen gab es Currywurst/Pommes. Nebenbei beobachteten wir das Treiben auf dem Platz. Unter Protest gingen wir noch eine Runde über die gesamte Anlage. Am Ende der Runde kam mir zum ersten Mal ein E-Motorrad vor die Linse. Es hing dort an der Ladestation.

Bei dem Modell handelt es sich um eine Zero S. Das Motorrad hat eine Spitzenleistung von 40 KW und ein Drehmoment von 93 NM. Die Reichweite bei diesem Modell beträgt ca. 150 KM bei normaler Landstraßenfahrt. Wie ich auf der Seite morimaxx.wordpress.com lese, muss ich extra einen Lader mitnehmen, der den Wechselstrom der Säule in Gleichstrom umwandelt. Ebenfalls muss ein Ladekabel eingepackt werden. Es scheint so, das es noch gar keine ausreichende Infastruktur für E-Motorräder gibt. Schade.

Unser Tour führte uns weiter durch die Rhön an den östlichen Rand nach Thüringen. Wir machten noch eine größere Rast am Rande des wunderschönen Marktplatzes der Stadt Meiningen. Tolle alte Gebäude unterschiedlicher Epochen umrahmen den riesigen Platz. Dieser steht als Gesamtes unter Denkmalschutz. Auf dem Bild ist die ca. 1000 Jahre alte Stadtkirche zu sehen. Mittlerweile bewegte sich das Thermometer weiter in Richtung 30° Celsius. Wir verzichteten daher auf größere Erkundungen zu Fuß und kühlten uns im Schatten bei einem Eisbecher ab. Auf dem Rückweg zum Hotel durchquerten wir den nordöstlichen Teil der Rhön, auch vordere Rhön genannt. Wir verbrachten noch einen sehr netten Abend im Restaurant Casa Di Ali in Friedewald. Später spazierten wir noch zur Wasserburg Friedewald. Sie hatten wohl vergessen das Eingangstor zu verschließen. So konnten wir im dunkeln noch oben auf den Turm und hatten einen herrlichen Blick auf die beleuchtete Burg und einen schönen Weitblick über die Gegend im Dämmerlicht.

An dem heißesten Tag der Tour – zwischenzeitlich Zeigte das Thermometer 32,5° Celsisus – fuhren wir im Gegensatz zum Vortag in nördlicher Richtung vom Hotel. Auf einer Tankstelle fragte ich eine Gruppe Biker nach einem Motorradtreff in der Nähe. Sie nannten mir die Wasserkuppe – da waren wir gestern – und den Edersee. Also Edersee! Über Bad Hersfeld fuhren wir Richtung Fritzlar. In Felsberg machten wir es uns nach einem Eis unter einem Baum gemütlich. Die Aussicht war wirklich traumhaft.

Den nächsten Halt machten wir dann am Motorradtreff Zündstoff am Edersee. Der Laden war gut gefüllt. Da es überhaupt keine Schattenplätze mehr gab, haben wir uns einen schönen Platz am Edersee gesucht. Neben uns gingen die Taucherschüler auf Entdeckungsreise. Wir haben nur unsere Füße aus den Stiefeln gezwungen und ins Wasser gehalten. Ich glaube es war eine Trübung um uns zu sehen.

Unsere Rücktour ging durchs Edertal über Homberg (Efze) zurück zum Hotel. Am Abend kehrten wir wieder im Casa Di Ali ein. Eigentlich wollten wir noch das DFB-Pokalfinale sehen. Es war aber wieder so nett im Lokal. Wir halfen noch mit den Grappa auszutrinken. Der anschließende Spaziergang endete diesmal am verschlossenen Tor der Wasserburg.

Nach einem ausgiebigen (Kater-)Frühstück packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Heimweg. Da die Strecke über 350 KM lang ist, haben wir einen Teil auf Bundesstraßen zurückgelegt. Zwischen Uslar und Hameln fanden wir einen schönen Aussichtspunkt mit Blick über einen Teil der noch zu fahrenden Strecke.

Auf der Wetterapp sahen wir ein Gewitterband quer über Deutschland liegen. Es hatte aber eine kleine Lücke zwischen Weserbergland und Hannover. Ich wettete mit den Anderen, daß wir genau diese Lücke ausnutzen werden. Kurz vorm Steinhuder Meer frischte der Wind auf und die Straßen wurden nass. Aber tatsächlich bekamen wir keinen Regen ab. Gewonnen! Am Steinhuder Meer legten wir uns noch ein bisschen ans Wasser und ließen noch die Wolken abziehen. Die letzte Etappe über Nienburg, Hoya und Achim unterbrachen wir für einen Besuch beim CaHeu in Schweringen. Hierbei handelt es sich um ein Heuhotel mit Hofcafe. Wir parkten unsere Motorräder im Hof und ruhten uns in der kühlen Diele aus. Natürlich probierten wir die selbstgemachten Torten und tranken noch eine Tasse Kaffee dazu. Auf einer Leinwand wurden Bilder von der Renovierung gezeigt. An den Wänden hingen Bilder u.a. von Worpsweder Künstlern, die auch zu erwerben wären.

Wie auf der Hintour durchquerten wir Bremen auf der A27 und verabschiedeten uns auf dem Parkplatz Fahrwiesen.

Es war eine schöne Tour mit vorwiegend kurvigen 1300 KM. Der Wettergott meinte es auch wieder gut mit uns. Die Rhön ist ein tolles Motorradrevier mit vielen Möglichkeiten zum Verweilen. Wir sind alle heile wieder zu Hause gelandet. Mit ein wenig Lack ist der Kofferdeckel auch wieder wie neu.