17/10/2021

Honda e

Zum ersten Mal habe ich ein Elektroauto gefahren, den Honda e. Das Autohaus Bernhard Harmdierks in Oldenburg hat mir, auf meine Anfrage hin, einen Honda e zur Verfügung gestellt. Als ich die ersten Bilder von diesem Elektroauto im Internet gesehen hatte, fand ich es auf Anhieb chic. Das eckige Design erinnert mich irgendwie an Fahrzeuge aus den siebziger oder achtziger Jahre. Das ist aber das Einzige, was an diesem Auto Retro ist.

Probefahrt mit dem Honda e

Beim Honda e handelt es sich um ein reines Elektroauto, welches nicht mit einem anderen Antriebskonzept zu haben ist. Als wir uns dem Fahrzeug näherten, sprangen die Türgriffe der vorderen Türen von selbst heraus, damit wir das Auto öffnen konnten. Die Griffe der hinteren Türen sind so in deren Fensterdreieck positioniert, das sie kaum zu sehen sind. Der Honda e könnte glatt für ein 3 Türer gehalten werden. Ebenfalls fiel mir sofort auf, daß an den Türen die Rückspiegel fehlten. Diese wurden durch Kameras an gleicher Position ersetzt. Nur die Ladeöffnung mittig auf der Motorhaube, ist für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Trotzdem ist der Honda e für mich von außen her das bisher schönste Elektroauto.

Das Cockpit des Honda e

Der Innenraum wird von dem langen Bildschirmband des Cockpits dominiert. Es beinhaltet an jeder Seite einen Monitor als Rückspiegel. Hinter dem Multifunktionslenkrad befindet sich das Cockpit-Display. Darauf kann man Geschwindigkeit, Akku-Stand, Verbrauch und vieles mehr ablesen. Als wenn das nicht genug wäre, sind nochmal zwei 12,3 Zoll große Touchscreens vorhanden. Auf denen können wahlweise die Navigation, das Radio oder alle anderen Möglichkeiten des Infotainmant-Systems angezeigt und auch untereinander getauscht werden. So hat auch der Beifahrer vollen Zugriff auf die Systeme. Natürlich kann dieses Auto mit dem Smartphone verbunden werden. Die App MyHonda+ bietet dabei Informationen über den Ladezustand und die Temperatur im Innenraum. Außerdem gibt es einen Personal Assistent, mit dem man sich per Sprachsteuerung verbinden kann. „OK, Honda….“ Diese Probefahrt war leider eindeutig zu kurz, um die vielen Funktionen auszuprobiern.

Mittelkonsole des Honda e

Sehr schön finde ich die Leisten des Armaturenbretts in Holzoptik. Das schafft mir den Gegenpol zu den futuristischen Bildschirmen. Die Bedienung des Fahrzeugs erfolgt ähnlich wie in meinem VW Beetle oder jedem anderen Fahrzeug mit Automatik. Er wird über einen Startknopf gestartet. Die Bildschirme, die Beleuchtung und die Schalter leuchten auf. Nur es brummt nichts. Den Fahrstufenhebel in der Mittelkonsole auf D gestellt, und es kann losgehen. Plötzlich sprintet der Honda e wie von Sinnen vom Hof. Ich bin beeindruckt. Das hätte ich nicht erwartet. Die 154 PS sind auf jeden Fall vollkommen ausreichend. In Verbindung mit dem Heckantrieb, erscheinen kleinere Spielereien mehr als möglich. Natürlich nur auf abgesperrten Straßen. Die Höchstgeschwindigkeit von 145 Km/h haben wir auf der Landstraße nicht erreicht. Es ist wohl auch nur ein theoretischer Wert. Als Reichweite gibt Honda für dieses Modell 210 Kilometer an. Das hört sich wenig an. Je nach Einsatzzweck kann es aber vielleicht auch genügen. Im sportlichen Einsatz wird sich die Reichweite wohl noch etwas verringern. Der dafür vorhandene „Drive Mode Sport“ ist jedenfalls vorhanden. Der Haupteinsatzort wird aber wohl die Stadt oder die Landstraße sein. Hier ist der Wagen sehr übersichtlich. Auf unserer Probefahrt bin ich an einem Abzweig vorbei gefahren. Hier kann der Honda e durch seine Abmessungen punkten. Der kleine Wendekreis von nur 9,2 Metern ließ mich den Wagen fast auf der Straße wenden. Ein Rangieren war nicht nötig. Die Bremsen hinterließen einen sehr guten Eindruck. Das ganze Fahrverhalten unterscheidet sich nicht von anderen Autos.

Motorraum des Honda e

Für die Fotos haben wir uns einen kleinen Waldparkplatz nahe Oldenburg gesucht. Natürlich wollten wir auch mal in den Maschinenraum des Honda e schauen. Nach dem Öffnen der Motorhaube waren wir sehr erstaunt. Alles sieht wie immer aus. Eine Batterie ist verbaut. Die Vorratsbehälter für Bremsflüssigkeit, Scheibenwasser, Sicherungskasten etc. sind vorhanden. Selbst der Motorblock sieht dem eines Verbrenners sehr ähnlich. Nur die orangenen Hochvolt-Kabel stechen ein wenig heraus. Die Motorabdeckung beinhaltet den Ladeanschluss des Honda e.

Der Kofferraum des Honda e

Der Kofferraum des Honda e fasst 171 Liter Gepäck. Es erweitert sich auf maximal 861 Liter, wenn man die Rücksitze umklappt und ihn bis zum Dach vollmacht. Hier sehe ich den ersten wirklichen Nachteil des Autos. Die Zuladung beträgt nur 275 Kilos. Da für den Fahrer und sein Gepäck nur 75 Kilo im Leergewicht von 1595 Kilos eingeplant sind, verringert sich die Zuladung noch, wenn ein normaler Westeuropäer sich hinter das Lenkrad setzt und noch Gepäck mitnimmt. Der Honda e darf höchstens 1870 Kilo auf die Waage bringen. Ob dann der im Zubehör enthaltene E-Bike-Fahrradträger noch Sinn macht, kann auf jeden Fall angezweifelt werden. Für den täglichen Weg zur Arbeit und zum Einkaufen im Supermarkt ist der Honda e auf jeden Fall eine gute Wahl.

Die Ladeeinrichtung des Honda e

Der Honda e kann auf unterschiedliche Weise geladen werden. Die Batterie-Kapazität beträgt 35,5 kWh. Diese kann in 18,8 oder 7,1 Stunden, je nach Hausanschluss, daheim aufgeladen werden. An einer Wallbox mit Schnellladung erreicht man nach nur 31 Minuten schon 80% der gesamten Kapazität. Das würde im Zweifel schon für weitere 170 Kilometer ausreichen. Der Verbrauch ist mit 17,2 kW/h je 100 Kilometern angegeben. Unser Vorführwagen war mit dem Advance-Paket ausgestattet. Das enthält fast alle erdenklichen Extras. Unter diesen befinden sich diverse Assistenten die das Einparken, Spurhalten, Verkehrszeichenerkennen usw. übernehmen. Die Kapelle besticht durch schönen, kräftigen Klang. Hier alles aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Das können teure Luxusautos nicht besser. Die Sicherheitsausstattung ist ebenfalls komplett. Die Aufpreisliste beinhaltet lediglich noch eine Lederausstattung und ein paar Zier- und Dekorleisten. Honda bietet als Zubehör noch eine Wallbox zum Schnellladen für den eigenen Stellplatz an.

Der Honda e – ein tolle Erfahrung

Die erste Fahrt mit einem Elektroauto war eine tolle Erfahrung. Wenn alle E-Mobile so gut funktionieren, wird sich das Konzept ganz sicher durchsetzen. Bei der Reichweite und der Zuladung sehe ich noch Entwicklungsbedarf. Ansonsten ist der Honda e wirklich gut gelungen.

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