Kawasaki Z 900 RS

Auf der Tokyo Motor Show 2017 präsentierte Kawasaki erstmals die neue Kawasaki Z 900 RS. Sie orientiert sich an dem „King of Cool“ aus den 1970ern Jahren: Die Kawasaki 900 Z1. Seit 2018 ist das Retro-Motorrad auch in Deutschland zu haben.

Kawasaki Z 900 RS Ansicht

Als wichtigstes Designbauteil für die Linie der Retro Z 900 dient der 17 Liter große Tropfentank. Daran schließt sich die mit Steppmuster und Halteriemen versehene Sitzbank an, um im klassischen Heckbürzel auszulaufen. Die Lackteile der ausgeliehenen Maschine sind im originalen Braun/Orange lackiert. Unter dem Bürzel wurde das ovale LED-Rücklicht eingepasst, welches rund leuchtet, um die Optik einer Glühbirne zu haben. Der klassisch runde Frontscheinwerfer und die Blinker leuchten ebenfalls in LED-Technik auf. Wobei ich mir die Blinker in runder Optik gewünscht hätte.

Cockpit Kawasaki Z 900 RS

Ein weiteres Highlight ist das Cockpit der Z 900 RS. Die beiden Rundinstrumente sind in schwarzen Kunststoffbechern untergebracht und wie beim Original mit Chromringen versehen. Die Ziffern sind weiß und in der originalen Schrift gehalten. Die Zeiger haben die gleiche Optik. Dazu sind die Warnleuchten darin untergebracht. Das digitale Infofeld ist dezent zwischen den Uhren platziert. Es liefert Auskunft über die Spritmenge, die Wassertemperatur, den eingelegten Gang, Uhrzeit und zwei Tageskilometerzählern. Bedient wird es über eine Wippe an der linken Lenkerarmatur. Von dort aus wird auch die 3-stufige Traktionskontrolle geschaltet.

Unter dieser Retro-Optik werkelt aktuelle Technik voll auf der Höhe der Zeit. Der 948 ccm Reihenvierzylinder ist flüssiggekühlt. Er leistet maximal 111 PS bei 8.500 U/min und stellt ein Drehmoment von 98,5 Nm bei 6.500 U/min. zur Verfügung. Die Kraft des Motors wird über ein 6-Gang-Getriebe und Kette an das Hinterrad übertragen. Das Fahrwerk der Kawasaki ist vielfach einstellbar. Vorne ist eine voll einstellbare Up-Side-Down Gabel montiert. Das Federbein im Heck ist in der Federbasis und der Zugstufe einzustellen. Straßenkontakt hat das Motorrad über die Reifen in der Standardgröße 120/70 und 180/55 auf 17-Zoll Felgen. Zur Verzögerung der Geschwindigkeit stehen vorne zwei 300mm große Bremscheiben mit radial montierten Vierkolbensätteln zur Verfügung. Hinten ist eine 250mm Scheibe mit Schwimmsattel montiert. Das Gesamtgewicht dieses wirklich schönen Motorrades beträgt gerade mal 215 Kg vollgetankt.

Kawasaki Z 900 RS

Nachdem ich mir am Vorabend allerlei Videos zur Kawasaki Z 900 RS auf YouTube angesehen habe, konnte ich mir bei Kawasaki Wahlers in Scheeßel eine Maschine zur Probefahrt ausleihen. Als die Formalitäten geklärt waren, wurde die Z 900 RS ins Freie befördert. Die Einweisung fiel recht kurz aus, da die Kawasaki kein überflüssiges Gedöns an Bord hat. Ich wurde aber darauf hingewiesen, den Motor möglichst nicht über 4000 U/min zu drehen, da er mit 64 Kilometern noch am Anfang der Einfahrphase steht. Also aufgesessen. Die Sitzposition fühlt sich sofort gut an. Alles passt. Alle Armaturen sind an den gewohnten Stellen.

Nach einem kurzen Druck auf den Startknopf startet der Motor und läuft mit erhöhter Leerlaufdrehzahl. Vorher darf man noch einen Schlüssel in das dafür vorgesehene Zündschloß stecken. Ein kerniger dumpfer Sound verläßt den kurzen Endschalldämpfer. Über den Sound aus der 4 in 1 Anlage bin ich überrascht. Dieser erinnert mich an den Klang meiner GPZ 900 R. Also Gang rein und los. Die Seilzugkupplung funktioniert ohne große Handkraft. Die Umsetzung Gasbefehle ist sehr direkt. Das Zusammenspiel muss ich noch üben. Nach ein paar hundert Metern biege ich auf die Landstraße. Der Motor läuft jetzt herrlich rund. Es gibt kaum Vibrationen. Wie es sich bei höheren Drehzahlen verhält, habe ich nicht ausprobiert. Das Getriebe schaltet wunderbar. Ich fühle mich sofort im Cruise-Feeling. Im weiteren Verlauf der Probefahrt habe ich ebenfalls die Bremsen getestet. Die Vorderradbremse ist gut zu dosieren, packt auch ganz gut zu. Ich wundere mich nur über das frühe Einsetzen der ABS-Regelung. Wobei es sehr sanft vonstatten geht. Hinten funktioniert es leider nicht genauso schön. Hier setzt die Regelung abrupt ein und regelt ein wenig hölzern. Die Probefahrt setze ich bei Sonnenschein und 16° C. fort. Das Handling ist gut. Die Kawa möchte von mir in und durch die Kurve geführt werden. Dazu benötige ich aber keinen großen Aufwand. Vielleicht liegt dieses Gefühl auch an der KTM Duke 690, die ich für die Hinfahrt gefahren habe. Die beiden Motorräder sind aber nicht zu vergleichen. Wohlbehalten komme ich mit der Z 900 RS auf dem Gelände bei Kawasaki Wahlers an.

Kawasaki Zephyr 1100

Nachdem ich auch eine Kawasaki Zephyr 1100 mein eigen nennen konnte, ist die Z 900 RS auch ein wenig ein nach Hause kommen. Sie ist ein wunderschönes Motorrad. Die klassische Linienführung finde ich sehr geglückt. Außerdem kann sie alles besser als die Ur-Z1 oder die Zephyr.

Das, was diesem Motorrad noch fehlt, ist eine 4 in 4 Auspuffanlage. Für rund € 3.300,- kann man dieses Manko beheben. Wenn dann noch Munition auf dem Konto ist, würde ich noch einen Satz Speichenfelgen aus Edelstahl für € 2.600,- dazu empfehlen. So würde sie dann in etwa aussehen. WOW.

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