25/09/2021

Sachsen / Sachsen-Anhalt

Durch berufliche Verpflichtungen bin ich wieder einmal in Sachsen /Sachsen-Anhalt unterwegs. Wie gut, daß ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann. Deshalb fahre ich nach 2 Nächten zu Hause schon wieder mit Hilde los. Nachdem ich auf der Dortmund-Tour fast die gesamte Strecke auf der Landstraße gefahren bin, möchte ich nun den Verbrauch von Hilde Hymer auf der Autobahn testen. Dazu fahre ich die circa 350 Kilometer bis zu meinem ersten Übernachtungsziel ausschließlich über die BAB. Ich wähle vom Navi mit GPS gemessene 100 Km/H als Reisegeschwindigkeit. Der Tachometer zeigt dabei etwa 110 Km/H an und die Drehzahl liegt bei 2.500 U/min. Die Lautstärke im Wohnmobil ist dabei recht ruhig. Der Verbrauch pendelt sich am Ende bei 9,0 Litern pro 100 Kilomotern ein. Das finde ich, nach den 8,4 Litern über Landstraße, für die Größe und die Form von Hilde einen respektablen Wert.

Marina Brachwitz

Das Ziel ist die Marina direkt an der Saale in Brachwitz. Von der A14 sind es nur noch 7 Kilometer bis zum Stellplatz. Als ich ankam, sind die Plätze „in der ersten Reihe“ natürlich schon belegt. Schade ist nur, das 3 Wohnmobile sich quer hingestellt haben. So passen dort weniger Mobile ans Wasser. Soviel Rücksicht kann man nicht mehr erwarten. Aber auf dem Platz ist auch keine Einteilung vorgenommen worden. Ich stelle mich in die 2. Reihe ganz aussen. So habe ich immer noch direkten Blick auf die Saale mit den Booten.

Defekter Automat

Der Parkscheinautomat ist leider defekt. Also freue ich mich über eine kostenlose Übernachtung. Wie sich aber heraus stellt, leider zu früh. Am Abend kommt noch jemand vorbei, und knöpft mir die 10,- Euro ab. Strom schließe ich diesmal nicht an. Ich möchte die Batterie und die Solaranlage testen. Mal sehen, ob und wie lange genug Saft im Gebrauch vorhanden ist. Trotz des Einsatzes des Fernsehers und der Sat-Schüssel sind die Batterien am nächsten Morgen noch fast voll.

Blick vom Wohnmobil

Vom Wohnmobil kann ich das Treiben auf der Marina gut verfolgen. Genau vor mir wird mit einem Bagger und einem Trailer ein Boot aus dem Wasser gezogen. Im Hintergrund hört man regelmäßig das Geklapper von großen Eisenketten. Das gehört zu der Saalefähre, die ebenfalls in Sichtweite den Fluß quert. Stören tut es mich nicht. Zum Abend suche ich mir über Google Maps das nächste Restaurant, bei dem ich mir telefonisch eine Pizza zum Mitnehmen bestelle. Für den Weg hole ich mein Fahrrad aus der Garage. Hin- und Rückweg und die Abholung dauert nur 10 Minuten. Da ich von der Fahrt und den hohen Temperaturen Müde bin, gehe ich frühzeitig in das aufgeheizte Bett.

Störmthaler See

Nach dem Frühstück geht es zu meinem ersten Termin nach Landsberg. Nachdem alles dort erledigt ist, mache ich mich kurz vor Mittag wieder auf den Weg. Dabei komme ich zufällig am Störmthaler See an der Grenze von Sachsen / Sachsen-Anhalt vorbei. Es ist einer von mehreren Seen in einem neu geschaffenen Gebiet. Früher fand hier der Tagebau statt. Neugierig fahre ich bis zum Vineta-Bistro vor. Das liegt auf der Magdeborner Halbinsel mitten im See. Hier befindet sich ein im Bau befindliches Freizeitzentrum mit Hafen. Man kann hier alle Arten von Wassersport betreiben. Ein Highlight ist die Vermietung von einem Amphibienfahrzeug, mit welchem man eine Tour auf dem See unternehmen kann. Ebenfalls kann man von hier aus zur Vineta fahren. Das ist eine schwimmende Kirche auf dem Störmthaler See. Ich laufe ein wenig umher und nehme dann einen kleinen Snack im Bistro ein. Von der Größe der umliegenden Parkplätze her, muss hier am Wochenende oder in den Ferien die Hölle los sein. Zum Glück ist es bei meinem Besuch relativ leer.

Hildes Versteck

Danach geht’s weiter bis nach Glauchau. Hier habe ich die Möglichkeit, im Gewerbegebiet auf dem Firmengrundstück für lau zu übernachten. In Glauchau lief alles so Glatt, dass ich Lust hatte, noch weiter mit Hilde unterwegs zu sein. Im Norden von Sachsen Anhalt liegt der Ort Havelberg. Hier steht noch ein Besuch auf dem Campingplatz an. Beim letzten Mal mit Luigi war der Platz leider geschlossen.

Flugwelt Altenburg-Nobitz

Gegen 11 Uhr machte ich mich wieder auf den Weg. Im Navi „here we go“ stellte ich die Routenoption auf Autobahn vermeiden. Obwohl die Strecke über 300 Kilometer lang ist, beträgt der Unterschied nur etwas mehr als eine halbe Stunde. Wie sich im weiteren Verlauf der Tour heraus stellte, war es eine gute Wahl. Sowohl auf der A9 als auch der A2 passierten schwere Unfälle mit kilometerlangen Staus. Auch die Umleitungen waren überfüllt.

Nach circa einer halben Stunde entdeckte ich ein paar alte Flugzeuge. Die gehören zum Flugwelt-Museum des Flughafens Altenburg-Nobitz. Der Flughafen wurde zwischen 2003 und 2011 von Ryanair genutzt. Von einem Besuch sehe ich ab und halte die Kamera aus Hildes Dachluke, damit ich über den Zaun fotografieren kann.

Boxengasse des Frohburger Dreiecks

Kurz darauf fuhr ich an einem Gebäude vorbei, was wie eine kleine Boxengasse aussah. Es gehört tatsächlich zum Frohburger Dreieck. Die Strecke wurde 1960 eröffnet. Hier finden aktuell noch Motorrad Straßenrennen statt. Weitere Stopps habe ich auf dieser Fahrt nicht gemacht. Zwischenzeitlich war es mir mit 32 Grad auch ein wenig zu heiß zum Anhalten. Als ich auf dem Campingplatz ankam, hatte es sich zum Glück um 10 Grad abgekühlt.

Blick auf die Altstadt

Das Wohnmobil war schnell abgestellt und hergerichtet. Danach wollte ich mir noch die Altstadt von Havelberg ansehen. Sie liegt auf einer Insel zwischen der Havel und dem Stadtgraben. Viele der Häuser sind leer und teilweise auch verfallen. Das finde ich sehr schade. Ich glaube, man könnte daraus ein richtiges Schmuckkästchen machen. Einzelne Häuser sehen schon richtig schnieke aus.

Havelberger Dom

Auf der anderen Seite des Stadtgrabens bezwinge ich die 107 Stufen hinauf zum Havelberger Dom. Von hier oben hat man eine gute Sicht auf Havelberg und das Umland. Auf dem Rückweg holte ich mir noch schnell einen Döner und ging zum Campingplatz zurück. Das reicht auch, denn Abends ist noch EM-Halbfinale Italien gegen Spanien.

Elbfähre Räbel

Der nächste Tag war ein reiner Urlaubstag. In meiner Fahrrad-App „Komoot“ suchte ich mir eine 30 Kilometer lange Tour heraus. Zum ersten Mal ließ ich mich von der App leiten. Über die App werde ich nochmal ein eigenen Beitrag verfassen. Erstmal ging es Richtung Elbe. Nach 5 Kilometern überquerte ich den Fluss mit der Gierseilfähre Räbel. Die Fähre bewegt sich mit der Strömung vorwärts. Das habe ich schon auf unserer Weserbergland Tour 2020 kennengelernt.

Elbtor in Werben

Der Weg führte immer weiter an der Elbe entlang bis zur Hansestadt Werben. Sie gehört zu den 20 kleinsten Städten in Deutschland. Auf der Fähre hatte ich ein Hinweis auf das Cafe Lämpel gesehen. Es wirbt mit dem Lehrer Lämpel aus Wilhelm Buschs Erzählung Max und Moritz.

Cafe Lämpel

Leider konnte ich überhaupt keinen Hinweis darauf finden, das es irgend etwas mit der Geschichte zu tun hat.

Das Elbtor in Werben

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Elbtor von Werben. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde Werben auch zur Hansestadt ernannt. Der Zustand vieler Häuser im Ort ist, wie auch in Havelberg, leider nicht so schön. Da ist noch viel Arbeit und Geld nötig. Auf meiner Fahrradtour ging es jetzt die nächsten 12 Kilometer durch Felder und Wiesen, immer parallel zur Elbe.

Seilsperre auf der Elbe

Kurz vor Sandau überquerte ich den Fluss wieder mit einer Gierseilfähre. Die Fähre hatte auch einen Motor. Tatsächlich gibt’s für Seil- oder Motorbetrieb auch unterschiedliche Preise. Ich hatte Glück, denn die Strömung reichte aus und ich brauchte anstatt 2 € nur 1,50 bezahlen. Da sich aus der Ferne ein Schiff näherte, musste die Fähre sofort wieder übersetzen, weil das Seil der Fähre sonst den ganzen Fluss sperrt. Der Schiffsverkehr ist nur dann möglich. Die letzte Etappe fuhr ich, anders als in der App, auf einem Betonweg etwas entfernt von der Hauptstraße bis zum Campingplatz. Das war eine sehr schöne Fahrradtour durch die idyllische Landschaft rund um Havelberg. Am Abend schaue ich das zweite Halbfinale zwischen England und Dänemark.

Am nächsten Tag trat ich die Rückreise an. Über Salzwedel, Uelzen und Soltau ging die Landstraßentour. Der Dieselkonsum von Hilde Hymer lag bei sensationellen 7,6 Litern im Durchschnitt auf 100 Kilometern. Vielleicht ist sie jetzt richtig eingefahren.

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