BMW R 1200 R Classic

Heute möchte ich mein neues Motorrad vorstellen. Es handelt sich um eine BMW R 1200 R als Sondermodell Classic aus dem Jahr 2012. Dieses Modell zeichnet sich durch Chromspiegel, die saphir- schwarze Lackierung mit weißem Mittelstreifen und Speichenräder aus. Ab Werk hat sie schon die teilintegrale ABS-Bremse, eine Traktionskontrolle ASC, Heizgriffe sowie ein Koffersystem mitbekommen.

Beim Motor handelt es sich um den gleichen luftölgekühlten Boxermotor wie er noch aktuell in der BMW R nineT verbaut wird. Er leistet 81 KW (110 PS) bei 7.500 U/min und 119 NM Drehmoment bei 6.000 U/min. Die volle Leistung soll er jedoch nur erreichen, wenn man an der Tankstelle SuperPlus mit 98 Oktan in das Spritfass einfüllt. Beim einfachen Super fehlen ein paar Pferdchen, ohne das es dem Moter schadet.

Einarmschwinge mit Kardan

Beim Fahrwerk setzt BMW bei dieser Modellreihe noch auf Ihr berühmtes Telelever und Paralever System. Seit 1933 wird dieses System verwendet. Beim wassergekühlten Nachfolger verzichtet BMW darauf. Die Standrohre der Gabel haben einen Durchmesser von 41 Millimeter. Vorne und hinten übernimmt jeweils ein Zentralfederbein die Dämpfung. Die zum Hinterrad führende Einarmschwinge führt das Kardangestänge für die Kraftübertragung in sich. Die Reifengröße beträgt vorne 120/70ZR17 und hinten 180/55ZR17. Durch die Speichenfelgen sind die Reifen mit Schlauch ausgestattet. Die Verzögerung wird am Vorderrad durch 2 Bremsscheiben mit 320 Milimeter Durchmesser hergestellt. An den Scheiben arbeitet jeweils ein 4-Kolben Festsattel. Zur Unterstützung hält der Roadster hinten noch eine 265er Scheibe mit Doppelkolben Schwimmsattel bereit. Beim teilintegralen System von BMW wird durch die Betätigung des Handhebels gleichzeitig die Hinterradbremse aktiviert. Bei der Bremsung mit der Hinterradbremse bremst auch nur diese.

Cockpit mit Runduhren

Seit dem Modellwechsel 2011 hat das Cockpit wieder zwei Runduhren mit dazwischen liegendem Infodisplay. Die Uhren zeigen die Geschwindigkeit und die Drehzahl an. Im Display kann man zwischen zwei Tageskilometerzählern, Tankinhalt, Motortemperatur, Lufttemperatur, Uhrzeit, Verbrauchsanzeige und Restreichweite wählen. Ebenfalls kann man darüber die Fahrwerkseinstellung ablesen.

Bedienelemente

Meine BMW besitzt das elektronische Fahrwerk ESA. Die Verstellung wird über die linke Lenkerarmatur eingestellt. Die 3 Fahrmodi Comfort, Normal und Sport haben dort auch ein Knöpfchen. An der rechten Armatur sitzt der Einsteller der Heizgriffe und der Startknopf mit Notaus. Für die LED-Blinker ist jeweils rechts und links ein Schalter und rechts ein extra Knopf zum Ausstellen. Das bedarf wirklich der Umgewöhnung. Eine Warnblinkanlage besitzt dieses Modell ebenfalls.

BMW R1200R Classic

Die Sitzposition ist aufrecht und entspannt. Der Lenker liegt gut in der Hand. Die Bedienelemente sind allesamt gut zu erreichen. Die Hebel sind beide im Abstand einzustellen. Sowohl für die Bremse als auch die Kupplung benötige ich nur geringe Handkräfte. Als Besonderheit besitzt die Maschine eine Halbschale der Firma Wunderlich in passender Lackierung. Sie soll vor Fahrtwind schützen. Das tut sie auch gut. Die Sitzbank ist für mich aber zu niedrig. Ich sitze zu niedrig. Der Wind strömt genau unter den Helm und erzeugt laute Windgeräusche. Dafür habe ich mir auf dem Gebrauchtmarkt eine höhere Sitzbank von Kahedo geangelt. Dadurch erhoffe ich mir Besserung. Ebenfalls wird der Kniewinkel dann nicht mehr so eng ausfallen.

Das Getriebe schaltet leichtgängig, gibt aber ab und zu Lebensgeräusche von sich. Der Kardan verrichtet seinen Dienst unauffällig. Ab 2.000 U/min fährt die „R“ ohne Vibrationen und beschleunigt sauber hoch. Für sportliches Fahren sollte die Nadel des Drehzahlmessers die 5 hinter sich lassen. Der Geradeauslauf ist gut. Die Kurvenfahrt ist ein Genuss. Ohne Kraftaufwand legt sich die BMW in die Kurve und hält sehr gut die Linie. Korrekturen sind trotzdem möglich. An der Schräglagenfreiheit kann ich noch nichts aussetzen. Der Verbrauch liegt auf den ersten 1000 Kilometern zwischen 4,2 und 5,5 Litern pro 100 Kilometern. Bei einem Tankinhalt von 18 Litern plus 3 Liter Reserve ergibt das eine Reichweite von über 400 Kilometern bei durchschnittlicher Fahrweise. Das finde ich völlig in Ordnung. Die Bremse ist sehr gut zu dosieren. Bei kräftigerem Einsatz beißen die Bremssättel stark zu. Das vermittelt mir ein sicheres Gefühl. Mit Ihren vollgetankten 231 Kilogramm Leergewicht ist die R 1200 R auch ohne Motorkraft angenehm leicht zu bewegen. Für das Aufbocken auf den Hauptständer genügt es, mich mit dem gesamten Gewicht auf diesen zu stellen und mit den Händen nur noch die Führung zu übernehmen.

Das Koffersystem ist so groß, das man ausreichend Gepäck für eine Tour unter bekommt. In jeden Koffer passt ein Integralhelm. Wenn man ohne Koffer fährt, fällt der Träger kaum auf, da es pro Seite nur eine schmale Kunststoffschiene gibt. Die Schlösser sind mit dem Fahrzeugschlüssel zu bedienen. Das Öffnen, Abnehmen und Anbringen geht leicht von der Hand.

Jetzt bekommt die BMW R 1200 R Classic erstmal noch eine große Inspektion, bei der auf jeden Fall alle Flüssigkeiten und der Riemen der Lichtmaschine (und nicht der Wasserpumpe) gewechselt werden. Danach kann es auf große Fahrt gehen.

2 Kommentare

  1. Hallo
    interresannten Bericht über mein altes Moped. Da wird mir doch wehmütig ums Herz. Bin schon gespannt über die nächsten Themen

    • Vielen Dank für’s Lesen. Ihr könnt es Euch gerne nochmal bei mir anschauen;-) Ansonsten freue ich mich auf die nächsten Touren damit.

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