Dänemark 2019

Unseren Sommerurlaub wollen wir dieses Jahr in Dänemark verbringen. Es gab die unterschiedlichsten Pläne für die Reise. Mal mit Anhänger oder mit Cabrio vielleicht mit Roller oder doch mit Motorrad? Heraus gekommen ist eine Woche Westküste mit meiner Tochter zusammen in Luigi. Danach treffen wir uns mit meiner Frau auf der Ostseeseite in Oster Hurup.

Weil meine liebe Tochter unbedingt früh losfahren wollte, starteten wir in aller Frühe Richtung Elbfähre Wischhafen. Das war in sofern gut, das die Wartezeit an der Fähre um 06.30 Uhr nur ca. 10 Minuten betrug.

Nach der Überfahrt suchten wir uns in Brunsbüttel einen Bäcker, um an den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanal zu frühstücken. Der Kanal wurde 1895 von Kaiser Wilhelm eröffnet. Er ist circa 100 Kilometer lang und verbindet die Nordsee mit der Ostsee. Jährlich fahren über 30.000 Schiffe durch den Kanal. Damit gehört er zu den meistbefahrenen Schiffahrtsstraßen der Welt. Gott sei Dank hörte der Regen für die Zeit der Besichtigung auf. Drei Frachter konnten wir bei der Ein- und Ausfahrt beobachten. Danach ging es weiter auf der Route Richtung Husum. Anstatt uns die schöne Stadt anzusehen, hauten wir uns lieber am Campingplatz Dockkoog zwei Stunden aufs Ohr. Die frühe Aufstehzeit hinterließ ihre Spuren.

ausgebranntes Hotel

An dem Parkplatz steht seit Jahren ein ausgebranntes Hotel, bei welchem anschließend um die Regulation des Brandschadens gestritten wird. Nach dem Nickerchen wollten wir unbedingt noch Dänemark erreichen. Dazu haben wir uns den Stellplatz Vadehavs Camping ausgesucht. Der Platz ist Bestandteil einer Feriensiedlung direkt hinterm Deich am Wattenmeer.

Stellplatz Vadehavs Camping

Trotz der Sommerferien sind sowohl die Ferienwohnungen als auch der Campingplatz fast leer. Nachdem wir uns einen Platz ausgesucht haben, gehen wir noch eine Runde durch die Anlagen und machen es uns danach mit Grillen und Spieleabend gemütlich. Zum Abschluss schauen wir noch einen Film auf Netflix, da es freies Internet gibt und niemand die Bandbreite stört.

Unser nächstes Ziel heißt Nordsö Camping kurz vor Hvide Sande. Die kleine Hafenstadt und der Platz liegen zwischen der Nordsee und dem Ringköbing Fjord auf einer schmalen Nehrung. Nur hier besteht die Möglichkeit durch eine Schleuse in den Ringöbing Fjord ein und auszufahren. Um Hvide Sande umzu reiht sich in den Dünen ein Ferienhausgebiet an das nächste.

Kirche von Hvide Sande

Vom Campingplatz bis in den Ort sind es 7 Kilometer, die wir mit unseren Fahrrädern am Nachmittag hinter uns bringen. Nach dem Mittagessen und ein wenig einkaufen schauen wir uns noch eine Surfschule an. Mal sehen, ob wir noch einen Kursus machen.

Dauerregen in Hvide Sande

Am nächsten Morgen regnet es. Je länger der Tag andauert, umso stärker wird er. Die Aussichten sind ebenfalls doof. Also rollen wir das Stromkabel ein, packen alles in die Schränke und fahren der Sonne entgegen. Die Wetter-App sagt in Hirtshals gutes Wetter voraus.

Ende der Wetterfront

Circa 50 Kilometer davor erreichen wir tatsächlich das Ende der Wetterfront und es hört auf zu regnen.

Leuchtturm von Hirtshals

Der Campingplatz Hirtshals, den wir uns ausgesucht haben, liegt direkt unter dem Leuchtturm von Hirtshals und ist circa 500 Meter vom Centrum entfernt. Die Dame in der Rezeption ist sehr freundlich und weist uns einen der letzten Stellplätze zu. Bei einem Rundgang frage ich mich, warum in der ersten Reihe fast nur Wohnmobile aus Deutschland stehen und sonst die Besucher international sind.

Sonnenuntergang vor Hirtshals

Zu Sonnenuntergang pilgern die Camper und auch andere Gäste in Scharen zur Küste, um den Sonnenuntergang zu genießen und zu fotografieren. Kaum ist die Sonne verschwunden, ist es wieder leer.

Aquarium

Als besondere Attraktion gilt in Hirtshals das Nordsee-Ozeanarium. Dort befindet sich das größte Aquarium Nordeuropas. Natürlich statten wir dem Riesenbassin einen Besuch ab. Wir sind nicht ganz so beeindruckt, aber ganz nett ist es dann doch.

Blick auf den Hafen von Hirtshals

Auf der Rückfahrt radeln wir nochmal durch das Centrum und den Hafen von Hirtshals. Der Hafen ist der zweitgrößte Fischereihafen in Dänemark. Von hier aus fahren auch die Fähren der Color Line nach Norwegen. Danach genießen wir erstmal die Sonne auf dem Campingplatz.

Leuchtturm von Hirtshals

Irgendwie wurde mir das ein wenig langweilig. Ich beschloss, mir den Leuchtturm mal aus der Nähe anzuschauen. Und als ich so davor stand, waren die 144 Stufen bis zum Aussichtsrundgang auch noch drin.

Blick über Hirtshals

Da die Netzabdeckung im Gegensatz zu Deutschland sehr gut ist und man fast überall in Dänemark LTE hat, konnte ich auch von dort oben meiner Tochter eine WhatsApp schreiben, damit sie sich vor den Caravan stellt und winkt. Das habe ich von der Düne in Hvide Sande auch schon so gemacht. Beim Rundblick entdecke ich auch die alten Bunkeranlagen in den Dünen. Dabei handelt es sich um einen Teil der 7.500 Bunker der deutschen Wehrmacht, die im 2. Weltkrieg an Dänemarks Küste errichtet wurden. Also die 144 Stufen nochmal durchgezählt und noch eine Tour durch die Anlagen gemacht.

Bunkeranlage

Durch ein paar Bunker bin ich auch durch gegangen. Die meisten Eingänge waren mir aber doch zu dunkel und gruselig. Das ist Geschichtsunterricht zum Anfassen. Es hinterlässt bei mir aber ein beklemmende Gefühl. Über den menschenleeren Strand laufe ich zurück zum Campingplatz. Als ich wieder bei Luigi ankomme macht meine Tochter mich darauf aufmerksam, daß ich mir dabei meine Nase ordentlich verbrannt habe.

Nochmal Sonnenuntergang

Zum Sonnenuntergang gehen wir trotzdem nochmal wieder ans Wasser. Der ist wieder so schön, daß macht süchtig.

Die Karawane zur Aussicht Grenen

Fast jeder, der soweit in den Norden von Dänemark fährt, möchte auch ein Foto von der Stelle machen, wo die Nordsee und die Ostsee zusammen treffen. Wir verlassen am nächsten Tag Hirtshals und machen uns zur Landspitze nach Grenen auf. Dort fließen Kattegat und Skagerrak zusammen. Das kann man an Schaumkronen der zusammen stoßenden Wellen sogar erkennen. An diesem Tag wollen, wie wir, auch hunderte andere Menschen diese Besonderheit bestaunen.

Bunken Strand Camping bei Aalbaek

Danach steuern wir unseren nächsten Aufenthaltsort an. Die Wahl ist auf Bunken Camping in Aalbaek gefallen, weil er der erste Platz nach Skagen ist, an dem wir vorbei kommen. Leider hat mich später Montezumas Rache im Griff. Zwei Tage chillen wir auf dem Platz und vertreiben uns die Zeit mit Spielen, Lesen, Filme schauen und viel Schlafen.

Die letzte Etappe zu unserem Haupturlaub in Oster Hurup beträgt nur noch runde 100 Kilometer. Sie führt uns auch an Hedebo Strand Camping in Saeby vorbei. Dort haben wir vor circa 20 Jahren schon einmal unseren Sommerurlaub verbracht. An dem Campingplatz ist nicht nur seine Lage nahe dem Städtchen Saeby so besonders. Dieser Platz hat auch ein eigenes Motorradmuseum.

Motorradmuseum leider nur von außen

Natürlich halte ich nochmal an, um zu schauen, ob es noch da ist. Die Anzahl der Fahrzeuge hat sich erheblich vergrößert.

Werkstatt des Museums

Ebenfalls dazu gekommen ist wohl eine umfangreiche Oldtimer-Werkstatt. Das Museum ist nicht öffentlich. Aber der Inhaber zeigt seine Schätze gerne den Besuchern des Campingplatzes. Da gibt es immer auch eine gute Möglichkeit „Benzin“ zu reden.

Fähre Hals nach Egense

Das letzte Highlight der Anreise ist die Überfahrt mit der Fähre von Hals nach Egense über den Limfjord.

schmale Fähre

Dabei ist die Fähre gerade so groß, das ein schmaler Wohnwagen und Luigi so gerade nebeneinander passen. Damit wir auf der Fahrerseite, und auch nur dort, aussteigen können oder die Kassiererin vorbei kommt, müssen wir die Spiegel einklappen. Wir schälen uns durch den schmalen Spalt, um ein paar Fotos zu machen.

Unser Domizil

Jetzt sind es nur noch 15 Kilometer bis um Kattegat Strand Camping. Für die nächsten Tage stehen wir auf einem 200 qm großen Platz direkt hinter den Dünen. Das Wetter ist hervorragend. 2 Stunden später kommen die anderen beiden Miturlauber an.

Hafen Oster Hurup

9 Tage genießen wir einen schönen Aufenthalt in und um Oster Hurup. Dabei handelt es sich um einen kleinen Ferienort an der Ostsee zwischen Limfjord und Mariagerfjord. Es gibt einen schönen Hafen ein paar Restaurants und eine super Eisdiele. Dort werden die Eiswaffeln für jedermann sichtbar selbst gebacken. Der Campingplatz bietet uns alle Annehmlichkeiten die wir uns wünschen.

Schwalbe „Sven“

Zum Schluss haben wir noch „Sven“ kennen gelernt. Bei Sven handelt es sich um eine Schwalbe, die von den Besitzern des Campingplatzes aufgepeppelt worden ist. Dadurch ist sie auf ihre Retter fixiert und sitzt tagsüber öfter auf dem Rand des Computerbildschirms in der Rezeption.

Den bisher heißesten Tag des Jahres nutzen wir für die klimatisierte Umsiedlung nach Bad Segeberg in Deutschland.

Seecamping Segeberg

Unsere letzte Station soll der Campingplatz Seecamping Segeberg sein. Ich bin bestimmt schon 10 Mal auf diesem Campingplatz gewesen, da dieser nur 5 Gehminuten von dem Kalkberg entfernt liegt. Hier finden jeden Sommer die Karl May Festspiele statt.

Winnetour – Unter Geiern – Bad Segeberg

Für unseren letzten Urlaubsabend haben wir uns Eintrittskarten für das Stück „Unter Geiern“ reserviert, welches in diesem Jahr dort präsentiert wird.

Seit die neuen Pächter den Platz führen, wird endlich wieder etwas in die Einrichtungen investiert. In diesem Jahr wurde unter anderem das Waschhaus erneuert. Eine Reservierung kann in der Regel nicht vorgenommen werden. Man bekommt eigentlich immer einen Platz. Nur einmal zu einem Konzertwochenende mussten die Betreiber jemanden wegschicken.

Von Bad Segeberg fuhren wir über die Elbfähre Glückstadt – Wischhafen wieder zurück nach Hause. Ein fast 3 Wochen langer sehr schöner Urlaub ist leider zu Ende. Aber nach dem Urlaub ist wie immer auch vor dem Urlaub….

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