Fahrzeugmuseum Marxzell

Während unserer Schwardwaldtour 2018 besuchten wir das Fahrzeugmuseum Marxzell. Seit 50 Jahren sammelt die Familie Reichert Fahrzeuge im Nordschwarzwald. Die Sammlung umfasst mittlerweile 329 Motorräder, 250 Autos, 172 Fahrräder, 105 Traktoren, 21 Feuerwehren davon 1 Motorrad und ein Hubschrauber, 18 LKW, 11 Kutschen, 8 Lokomotiven, 4 Straßenbahnen, 3 Flugzeuge, 2 Panzer, eine Bergbahn und einen Bus. Viele weitere wertvolle Fahrzeuge wurden durch zwei mutwillig gelegte Brände vernichtet.

Die Brüder Bernhard und Emil Reichert fingen 1958 an, Fahrzeuge zu sammeln. Emil startete in Karlsruhe mit Autos. Die Ersten waren ein Holzvergaser, ein Steyr, ein Adler Diplomat und ein Mauser Einspurauto. Bernhard kaufte aus Platzgründen Motorräder. Sie wollten die alles für die Nachwelt festhalten. Eigentlich sollte das Museum im ersten Karlsruher Bahnhof untergebracht werden. Nach 10 Jahren Verhandlungen wurde der Bahnhof einfach abgerissen. Nach dieser Enttäuschung machte nur noch Bernhard weiter und kaufte 1968 ein leer stehendes Sägewerk in Marzxell und eröffnete im selben Jahr das Museum. Seit seinem Tod 1984 führen es seine Söhne Wolfgang und Hubert weiter.

Viele besondere Fahrzeuge fanden über die Jahre ihren Weg in das Museum. Drei Exemplare gibt es weltweit nur noch von dem Citroen Kegresse. Hierbei handelt es sich um ein Halbkettenfahrzeug, welches 1931 den Himalaja überquerte.

Eine weitere Rarität ist der Mercedes Wendler. Es war eines der ersten Fahrzeuge die gekauft wurden. Von diesem Modell wurden nur 2 Modelle gebaut. Ob das zweite Modell noch existiert, ist nicht bekannt.

Viele der Modelle stehen so unscheinbar in der Ausstellung, das man ihre Besonderheit leicht übersehen kann. Es gibt auch wenig Erklärungen zu den Ausstellungsstücken. Gute Dienste hat mir das kostenlose Sonderheft zum 50.-jährigen Jubiläum geleistet. Dort habe ich viel über die Geschichte des Museums und die einzelnen Fahrzeuge erfahren.

Das Museum ist derart voll gestellt mit Exponaten, das ich sofort nach dem Betreten auch schon gleich überfordert war. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Zu den Fahrzeugen kommen noch Werbe- und Nummernschilder aus der ganzen Welt.

In vielen Vitrinen wird Spielzeug ausgestellt. Um alles aufnehmen zu können, bräuchte ich wohl mehrere Wochen.

Über 3 Etagen arbeitet man sich durch die Geschichte. Kostenlos dazu gibt es einen eigenen Geruch nach alten Öl, Metall, Gummi, Staub und Rost, der immer präsent ist. Es ist so ein ganz anderes Museum. Hier ist nicht alles auf Hochglanz poliert. Die Inhaber interessiert augenscheinlich die Rendite, die man mit den Fahrzeugen erzielen kann herzlich wenig. Das macht den Besuch für mich nochmal besonderer. Gerne werde ich nochmal wiederkommen, wenn ich in der Nähe bin. Die Öffnungszeiten sind täglich von 14.00 – 17.00 Uhr.

Ganz zum Schluss besuchte ich noch das historisches Kino des Museums. Es ist noch mit Holzklappsitzen ausgestattet. Neben mir surrte der Filmprojektor mit 16mm Spulen. Es lief gerade der Film „Hurry Hurry“ aus den 1940ern.

Ein wirklich spannendes Museum. Es war das Highlight unserer Schwarzwaldtour 2018.

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