29/11/2020

Dorema Maribor Air All Saison

Wir haben uns für unseren „Willi“ das Vorzelt Dorema Maribor Air All Saison gegönnt. Bei diesem Vorzelt handelt es sich um ein Reisevorzelt ohne Gestänge. Die Stabilität erhält das Vorzelt durch eingearbeitete und zusätzliche Luftschläuche. Das All Saison beeinhaltet meiner Meinung nach trotz des Namens „All Saison“ nicht die Nutzung im Winterurlaub mit Schneelast. Im Tabbert Forum wollte ein Mitglied dieses Zelt, passend für unseren Wohnwagen in der Größe 16, verkaufen. Bei Wohnwagen bestimmt man die Größe des Vorzeltes nach dem Umlaufmaß. Dazu misst man von der Erde an der ganzen Kederleiste entlang bis wieder zum Fußboden auf der anderen Seite. Oder man ließt aufmerksam die Bedienungsanleitung des Herstellers. Das Maß wird in Zentimetern angegeben. Bei Willi beträgt das Umlaufmaß 1030 Zentimeter. Die Größe 16 von Dorema ist für alle Wohnwagen von 1025 – 1050 cm geeignet.

Da wir bisher keinerlei Erfahrungen mit Luftzelten hatten, wollten wir uns unbedingt das Vorzelt vor dem Kauf ansehen und zur Probe aufbauen. Dazu mussten wir gut 300 Kilometer bis in die Nähe von Aschersleben in Sachsen Anhalt fahren. Um bei Nichtgefallen nicht nur 600 Kilometer nutzlos durch die Gegend gefahren zu sein, suchten wir uns noch eine schöne Bleibe für die Nacht. Die Wahl fiel auf das Stadtschloss Hecklingen.

Probeaufbau des Dorema Maribor Air vorm Kauf

Als wir am nächsten Morgen ankamen, stand der Wohnwagen des Besitzers und das Vorzelt zum Aufbau bereit. Nach einem Kaffee begannen wir mit dem Aufbau. Schnell waren die Luftschläuche aufgepumpt und das Zelt stellte sich im Grunde genommen von selber auf. Ein beherzter Zug am Stoff reichte zum Aufrichten. Das klingt schön, ist aber in der Realität noch genialer. Wir zogen noch die Wände ein und stellten die Zusatzschläuche zur Festigung auf. Innerhalb einer dreiviertel Stunde stand das Vorzelt komplett vor uns. Natürlich müsste es im Urlaubsfalle jetzt noch abgespannt werden. Das Zusammenlegen ging eben so schnell. Seitenwände raus, Zusatzschläuche raus und Ventile öffnen. Als Letztes alle 3 Luftventile vom Hauptzelt öffnen. Dann fällt es innerhalb von 2 Sekunden in sich zusammen und kann aus der Kederleiste gezogen und verpackt werden. Wir wurden uns schnell einig und traten zufrieden die Heimreise an. Dazu haben wir noch ein sehr nettes Camper-Pärchen kennen gelernt.

Plane ausbreiten und Zelt zurechtlegen

Bevor wir das erste Mal mit diesem Zelt in den Urlaub fahren wollen, haben wir zu Hause nochmal den Aufbau vor den Nachbarn geübt. Man will sich ja auf dem Campingplatz nicht blamieren. Als erstes habe ich unsere neue Vorzeltplane ausgebreitet. Sie hält das Zelt beim Auf- und Abbau schön sauber.

Den gesamten Inhalt ausbreiten.

Als nächstes haben wir den gesamten Inhalt vor uns auf der Plane ausgebreitet. Zu dem Zelt gehört die Hauptplane, noch im großen Sack ganz hinten. Die vier Wandteile, noch im anderen schwarzen Sack, können in die Seiten und die Front eingezogen werden. Um Zugluft zu vermeiden ist eine mehrteilige Windblende vorhanden. Die wird in die Leiste unten am Wohnwagen eingezogen und deckt auch das Rad ab. Es gibt einen dunkelgrauen Sack mit Heringen und Haltegummis und einen Hellen mit den Sturmleinen. Daneben liegen die Vorhänge für die Gemütlichkeit. Um kleine Unebenheiten auszugleichen, sind schwarze Schaumpads vorhanden. Obwohl es sich um ein Luftvorzelt handelt, gibt es noch 2 Stangen. Diese sind aus Carbon und halten die „Veranda“ auf Spannung. Die Veranda ist der kleine, überstehende Vorzeltlappen an der Front des Zeltes. Er hält Regen von der Plane ab. Es gibt 4 lange Zusatzschläuche für das Dach und 4 kurze zum Hinstellen. Die manuelle Pumpe gehört auch zum originalen Lieferumfang. Die elektrische Pumpe wurde vom Vorbesitzer extra gekauft. Sie ist aber überflüssig, weil das Pumpen mit der manuellen Pumpe sehr schnell geht.

Hauptzelt einziehen

Jetzt kann der Aufbau beginnen. Als erstes wird das Hauptzelt in die Kederleiste eingezogen. Bei dieser Größe ist ein Aufbau zu zweit sehr empfehlenswert. Das Vorzelt hängt nun vom Wohnwagen herunter. Die 3 Streben an der Front breiten wir nach vorne aus und schließen die unten angebrachten Ventile. An der mittleren Strebe schließen wir die Pumpe an. Wahrscheinlich kann man die Pumpe auch rechts oder links anschließen, da alles miteinander verbunden ist. Dann geht es los.

50 x Pumpen

50 x muss die Doppelhubpumpe auf und ab bewegt werden. Dann zeigt das Druckmanometer in den grünen Bereich zwischen 4 und 5 PSI. Das entspricht 0,28 bis 0,35 bar. Jetzt fehlt nur noch ein kräftiger Zug am mittleren Holm und schon steht das Zelt auch diesmal.

Das Zelt steht!

Natürlich ist der Aufbau jetzt noch nicht fertig. Als nächstes kommen die 4 langen Luftstangen dran. Für jede Stange sind noch einmal 6 Hübe der Pumpe notwendig. Sie werden danach in die Taschen unter dem Zeltdach gesteckt und mit den Reißverschlüssen befestigt. An den Enden befinden sich Klettbänder, die die Stangen noch besser fixieren.

Luftschläuche für die Decke und die Front.

Jetzt können die beiden vorderen Zeltwände per Reißverschluß eingezogen werden. Dabei stellt sich heraus, ob man das Zelt ein wenig zu doll aufgepumpt hat. Wenn man bis zum Ende des grünen Bereichs aufpumpt, kann es vorkommen, das man die Reißverschlüsse der vorderen Wände in den Ecken nicht schließen kann, weil der Zeltstoff zu sehr gespannt ist. Das ist uns beim Probeaufbau beim Kauf passiert. Diesmal aber nicht. Die Ecken kann man jeweils als Tür benutzen. Dafür wäre es aber gut, wenn die Reißverschlüsse leichtgängig sind und nicht so auf Spannung sitzen. Damit das Dach nicht durchhängt, werden die 4 kurzen Luftschläuche mit je 5 Hüben aufgepumpt und an die Front geklettet. Als letztes sind noch die Seiten dran und die beiden Carbonstangen für die Veranda. Für diesen ersten Aufbau haben wir bis hier ca. 50 Minuten benötigt. Ich schätze, wir können das mit ein wenig Übung und weniger Geschnacke auch in 30 Minuten schaffen. Dazu kommen noch ca. 50 Schraubheringe zum Abspannen, die mit Akkuschrauber eingedreht werden und die 3 Sturmleinen mit Heringen zum Einschlagen. Das andere Ende wird an den Ecken und in der Mitte ans Zelt eingeklickt. Wer möchte kann dann noch die Gardinen aufhängen. Alles in allem sollte alles in gut einer Stunde zu schaffen sein. Oder eben ein wenig länger, man hat ja Urlaub.

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