Autokino – Bremen

Autokino – Bremen

Ein altes Konzept erfährt in Corona-Zeiten eine Renaissance: Das Autokino. An der Bremer Straße 112 in Bremen-Brinkum werden seit 24.04.2020 Filme im Freien auf der Großbildleinwand gezeigt. Für unseren Besuch haben wir uns den Film „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ ausgesucht. In dem Film aus 2019 geht es um die große Rivalität im Rennsport zwischen Ford und Ferrari in den 60er Jahren. Einer der Hauptdarsteller ist Matt Damon. Er spielt den Carroll Shelby. Die Karten bekommt man nur Online unter diesem Link.

Kinosaal ohne Leinwand

Bei herrlichem Sonnenschein erreichen wir das Veranstaltungsgelände eine halbe Stunde vor Beginn. Bei der Einlasskontrolle zeigen wir unsere Buchungsbestätigung auf dem Smartphone durch die Scheibe. Danach wird uns ein Platz zugewiesen. Größere Autos, z.B. SUV’s, bekommen einen Extraplatz an der Seite oder hinten. Das passiert alles sehr schnell und gut koordiniert. Eine Leinwand ist aber nirgendwo zu sehen.

Der Ton für den Film soll über das Autoradio ausgegeben werden. Die Frequenz ist schnell eingestellt. Wir stellen die Sitze ein, holen Decken und Jacken aus dem Kofferraum. Hätte ich noch Puschen mitnehmen sollen? Meine Frau präsentiert uns ein herrliches Partymenü mit Käsewürfeln und Weintrauben, Keksen und PopCorn usw. Es ist 21.00 Uhr. Eigentlich darf es jetzt losgehen. Wir sind fertig. Aber immer noch keine Leinwand. Irgendwie ist es auch noch zu hell.

Leinwand mit „indirekter Beleuchtung“

Nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit tut sich etwas. Die Leinwand wird aufgepustet und entfaltet sich und stellt sich vor uns auf. Sie soll etwa 200 Quadratmeter groß sein. Das prüfe ich nicht nach. Die Autos vor uns verdecken ein wenig die rechte oder die linke untere Ecke. Aber im Kino oder Theater sitzt ja manchmal auch jemand vor einem und behindert ein wenig die Sicht.

Plötzlich ruft mein Sohn: Das ist ja Helge von Grip, der an unserem Auto vorbei geht. Helge Thomsen ist Journalist und Moderator. Er präsentiert beim Automagazin Grip Fahrtests, Oldtimer und Stunts zusammen mit Detlef Müller und Matthias Malmedie. Er moderiert den Film an und dann geht’s los, begleitet von einem kleinen Hupkonzert. Es ist schon 21.45 Uhr. Mittlerweile ist die Dämmerung auch soweit fortgeschritten, das wir die Bilder gut auf der Leinwand verfolgen können. Der Ton im Auto passt. Nur manchmal schaltet sich das Autoradio nach einer Zeit von selbst ab. Das reißt einen kurz aus der Handlung. Zwischendurch leuchten ab und zu Scheinwerfer auf, wenn die Scheiben beschlagen und jemand die Zündung anschaltet um die Fenster zu öffnen. Das machen wir auch zwei Mal während des Filmes. Aber irgendwie finden wir das Ganze gemütlich. Gegen 0.30 Uhr verlassen wir das Gelände und machen uns auf den Heimweg.

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