24/09/2020

Weserbergland 2020

Wie schön ist doch das Weserbergland. Am letzten Wochenende haben wir unseren Beetle gepackt und einen Teil des Weserberglands erkundet. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Alle Fahrten konnten wir mit offenem Verdeck fahren. Bei unserem ersten Stopp auf der Anreise hielten wir in Mardorf direkt am Nordufer des Steinhuder Meer.

Weiter Blick über das Steinhuder Meer.

Vom Parkplatz am Seehotel waren es nur ein paar Schritte zum Steg. Hier war ein passender Ort um ein paar Informationen über den Wassersport mit Schlauchboot zu erfahren. Vielleicht wäre das eine neue Option für die Freizeitgestaltung im nächsten Jahr. Nach Rückkehr unserer Damen von Ihrer Erkundungstour setzten wir unsere Reise fort.

Gasthof Lippischer Hof

Ziel war der Gasthof Lippischer Hof in Elbrinxen. Um 19.30 Uhr kamen wir an. Nach Übernahme der Zimmer enterten wir mit großem Hunger die Gaststube. Die angebotenen Speisen auf der Karte waren sehr übersichtlich. Das muss aber nichts Schlechtes heißen. Nur wer nicht auf Currywurst oder Schnitzel steht hat sehr wenig Auswahl. Die Bedienung war sehr freundlich, aber auch etwas unstrukturiert. Am Ende haben sie uns alle satt bekommen und ein lustiger Abend war es obendrein. In den Zimmern fühlten sich alle gut aufgehoben. Das Frühstück am nächsten Morgen war in Ordnung. Zwar dauerte das Nachfüllen der Speisen ein wenig, aber am Ende war wieder alles super.

Sennhütte Bad Pyrmont

Dann begann unsere Rundfahrt durch das Weserbergland. Geführt wurden wir von der App Kurviger. Unser erster Stopp lag am Restaurant Sennhütte auf dem Bomberg bei Bad Pyrmont. Wir folgtem einem 1,4 Kilometer langen Rundwanderweg. An der Theodor Hütte vorbei kamen wir zum Spelunkenturm. Von diesem aus soll man einen herrlichen Ausblick über das Umland und Bad Pyrmont haben. Hier mal ein Beispiel davon. Leider ist der Turm schon seit längerem wegen Bauarbeiten gesperrt. Der Rundweg führte uns durch den Wald zurück zur Sennhütte. Einen Besuch im Inneren wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, da das Restaurant von meinem Cousin betrieben wird, den ich aber seit 40 Jahren nicht gesehen hatte. Die Sennhütte ist sehr liebevoll mit Geschmack eingerichtet. Für eine Mahlzeit war es leider noch viel zu früh. Nach einem sehr netten Plausch trafen wir draußen unsere Freunde wieder, die sich derweil den Außenbereich angesehen hatten. Begeistert zeigten sie uns die wunderschön angelegten Plätze, die über das ganze Gelände verteilt sind. Wir werden auf jeden Fall nochmal wieder kommen.

Ausblick von der Burgruine Polle

Das Schöne am Weserbergland ist die Abwechslung. Eben noch auf dem Berg, führt der Weg über serpentinenartige Straßen hinunter zur Weser. Dazu habe ich eine Strecke über Lichtenhagen und Ottenstein herausgesucht. Über einspurige Straßen führt der Weg entlang von Feldern und Weiden durch kleine Ortschaften. Immer wieder hat man den weiten Blick über das gesamte Gebiet. Jeder Moment wäre es wert, zu verweilen. Aber so viel Zeit hat keiner. Also ab zur Burgruine Polle. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und befindet sich auf einem Felsen fast direkt auf der Spitze einer Weserschleife. Auf Ihr finden jährlich kulturelle Veranstaltungen statt.

Wo ist bloß das Mädchen zu dem Schuh?

Unter anderem wird hier das Märchen Aschenputtel aufgeführt. Polle ist die Märchenheimat dieses jungen Mädchens.

Gierseilfähre Polle

Am Fuß der Ruine bringt uns eine Fähre an das andere Weserufer. Die Gierseilfähre wird nur durch die Strömung der Weser, an Stahlseilen ohne eigenen Antrieb, auf die andere Seite gezogen. Von dort aus folgen wir der Weser flußabwärts entlang der nächsten Schleife. Dann ändern wir die Richtung. Sofort geht es wieder bergauf. Über Negenborn führt unsere Route nach Stadtoldendorf.

Menschenleere Innenstadt von Stadtoldendorf

Hier bietet sich uns ein erschreckendes Bild. Kein Mensch ist auf der Straße. Die Geschäfte haben fast alle durchgehend geschlossen. Dieses Szenario erinnert mich stark an das unbewohnte Übungsdorf Bonnland in der Nähe von Hammelburg, in dem die Bundeswehr Übungen abhält. Wir sehen tatsächlich nur 4-5 Menschen auf einem Spaziergang durch das Zentrum des Ortes. Erschrocken fahren wir weiter.

Durchblick in Holzminden

Um das zu „verdauen“, schieben wir in Holzminden einen Kuchen und Kaffee hinterher. Wir verfolgen dabei das Treiben auf dem Wasser. Ein Schlauchboot bewegt sich mit der Strömung auf der Weser flußabwärts, um später unter Einsatz des Motors zurück zu kommen. So könnte ich mir das auch vorstellen. Schaun mer mal.

Abtei Marienmünster

Um die Kultur nicht zu kurz kommen zu lassen, besuchen wir die Abtei Marienmünster. Die Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters glänzt mit barocker Innenausstattung und einer barocken Orgel. Gleichzeitig ist sie Naturschutzgebiet für das Große Mausohr, einer Fledermausart, die auf dem Dachboden nistet.

Köterberg in der Dämmerung

Das nächste Ziel unserer Reise fristet leider nur noch ein stilles Dasein. Eigentlich wollten wir nochmal auf dem Gut Albrock einkehren. Dort haben wir auf unserer Vatertagstour 2005 ein Wochenende genächtigt. Leider ist diese Location dauerhaft geschlossen. Da blieb nur noch der letzte Routenpunkt für diesen Tag. Dazu fuhren wir zum Köterberghaus auf den gleichnamigen 495 Meter hohen Berg. Von dort aus hat man eine super Aussicht bis zum Brocken im Harz. Er ist aber nicht -wie angenommen- der höchste Berg des Weserberglandes. Es gibt noch 4 höhere Gipfel. Die fallen Aufgrund Ihrer Bewaldung aber nicht so auf.

Den Tag ließen wir im Restaurant Goncalves in Lüdge ausklingen. Dieses wunderbare italienische Restaurant hatte erst den 3. Tag nach der Corona-Schließung wieder geöffnet. Deswegen war es wohl noch nicht so gut besucht. Das Essen, der Service, die Preise und das Ambiente waren erstklassig.

Für jeden der die Tour nachfahren möchte.
Schiedersee

Auf unserer Rückfahrt machten wir noch einen Spaziergang am 3 Kilometer großen Schiedersee. Am Hafen ist ein kleiner Vergnügungspark mit Wasserrutsche, Schwimmbecken und jeder Menge Fressbuden aufgebaut. Camping ist natürlich ebenfalls möglich. Der Ort scheint gut angenommen zu sein. Als wir ankamen war die Anzahl der Gäste zwar noch übersichtlich. Nach unserem kleinen Gang war der Parkplatz schon voll.

Im weiteren Verlauf der Rückfahrt führte uns die Kurviger App über kleinste Straßen Richtung Porta Westfalica. Dort wollten wir noch dem Kaiser Wilhelm einen Besuch abstatten. Leider dachten das noch viele weitere Menschen. Der Parkplatz war bis auf den letzten Platz gefüllt und es standen schon viele weitere Autos an. So fuhren wir weiter.

Dem Wunsch nach Apfelkuchen mit Sahne der Mitfahrer wollten wir gerne nachkommen. So suchten wir auf der Karte nach einem Hofcafe. Die Wahl viel auf Ela’s Hofcafe im Nirgenwo des Hakensmoors. Google informierte uns auch über die Öffnungszeiten. Alles klar. Über feldwegartige Straßen kurvten wir durch Felder und Wiesen. Bei mir kam mehrmals die Frage nach einem Unterfahrschutz für den Beetle auf. Als wir endlich am Cafe ankamen, wurden wir durch einen Hinweis auf eine geschlossene Gesellschaft abgewiesen. Wir waren nicht die einzigen, die unverrichteter Dinge wieder abdüsten. Da könnte man doch an der letzten Hauptstraße einen Hinweis hinterlassen oder bei Google die Öffnungszeit anpassen.

Verwendeter Fuhrpark

Das Hofcafe Landlust in Bahrenborstel war dar deutlich flexibler. Trotz eines Überfalls durch einen Oldtimerclub bekamen wir noch ein ordentliches Stück Kuchen. Die Bedienung war trotz des Stresses sehr freundlich und zu Scherzen aufgelegt.

Auch für den Rest der Strecke wählte Kurviger teils abenteuerliche Strecken. Dafür fährt man dort in Ruhe und alleine ohne Stau. Über die gute App werde ich demnächst einen Bericht schreiben.