01/10/2020

Ausprobiert: Autoradio Pumpkin Android 9.0 – 10.1 Zoll

Seit einem Monat werkelt in Luigi ein Pumpkin Android 9.0 Autoradio. Mein alter Kenwood Receiver hatte kein Navi. Es war immer ein zweites Gerät nötig. Für die Stellplatzsuche sogar noch das Smartphone als drittes Gerät. Sein integrierter Lüfter schraddelte öfter in seinem Gehäuse und die Bedienung war oft umständlich. Aber es funktionierte. Leider war es auch nicht möglich, das Smartphone am USB-Anschluss zu laden. Irgendwann hatte ich gelesen, das es Autoradios gibt, die mit dem Betriebssystem Android laufen und deren Apps nutzen. Es wäre doch toll, ein All-in-one-Gerät zu haben. Bei Amazon fand ich nach kurzer Recherche mein Gerät. Es war dort etwas teuer als auf Ebay. Dafür vertraue ich dem Support und den Rückgabeoptionen von Amazon. Hierfür bekomme ich übrigens kein Geld.

Mein Kürbis, das ist die Übersetzung von Pumpkin, ist ein relativ neues DoppelDin Gerät mit OctaCore Prozessor. Der Arbeitsspeicher beträgt 4 Gigabyte. Die meisten Geräte die ich gesehen habe, hatten nur die Hälfte der Prozessorkerne und des Arbeitsspeichers. Das schlägt sich am Ende in der langsamen Bearbeitungszeit nieder. Der interne Speicher für Apps und Daten beträgt nicht gerade üppige 32 GB. Es ist aber möglich, 2 USB-Laufwerke für Daten, Musik etc. anzuschließen Die Ausgangsleistung beträgt 4 x 50 Watt. Absolutes Highlight ist aber der 10.1 Zoll große Touch Screen. Er ist in der Neigung und Ausrichtung einstellbar. Damit blendet das Display bei Sonneneinstrahlung nicht so viel.

Amazon lieferte das Gerät über Nacht. Es war ordentlich verpackt. Als äußere Hülle diente die für Importe aus China übliche graue Plastikfolie. Darunter befand sich aber ein fester Karton mit Schaumeinlagen zur Stoßdämpfung. Das Objekt der Begierde war dort fest ohne Bewegungsmöglichkeit umschlossen. Der Lieferumfang bestand aus dem Einbaugerät, dem Bildschirm, ein ISO-Kabel, eine GPS-Antenne, eine WiFi-Antenne (1,5m), ein externes Mikrofon, ein 3G/USB/Mikrofon-Kabel, ein Audio-Ausgangskabel, ein AUX-Eingangskabel, ein Kameraeingangskabel und eine Bedienungsanleitung mit Montageschema in Englisch und Deutsch.

Im Grunde konnte ich das Kenwood Radio ohne Probleme gegen das Pumpkin austauschen, da an beiden der gleiche ISO-Stecker verbaut ist. Sogar das Mikrofon für die FSE blieb das Selbe. Dazu musste ich noch eine GPS und eine WiFi-Antenne verlegen. Sie fanden auf dem Armaturenbrett ihren Platz. Ebenfalls verlegte ich die beiden USB-Kabel in das Fach über dem Armaturenbrett. Aber die Rückfahrkamera hatte einen anderen Stecker und der Anschluss war etwas anders benannt als beim Kenwood. Nach Recherche und verstehen des Anschlusses und Rückfrage beim Support war es aber am Ende auch überhaupt kein Problem.

Nach Fertigstellung testete ich alle Funktionen. Nach erfolgreicher Funktionsprüfung integrierte ich das Radio in mein Heimnetz. Das ging genauso wie beim Smartphone. Für YouTube-Videos musste ich noch die Fahrzeugsperre aufheben. Man darf während der Fahrt keine Videos ansehen. Könnte man jetzt. Mache ich aber sowieso nicht. Im nächsten Schritt suchte ich mir die Apps im Playstore, die ich auch sonst auf dem Smartphone benutze. Bisher gab es noch keine App, die nicht funktionierte.

Sophos Fehlermeldungen

Meine Sicherheitssoftware Sophos maulte aber bei der Überprüfung. Das Gerät ist gerootet, es gibt keine Displaysperre usw. (siehe Bild). Der Support antwortete auf meine Fragen dazu leider überhaupt nicht. Vielleicht haben sie mich nicht verstanden.

Pumpkin Android mit Here We Go

So gut es ging, habe ich die Fehler beseitigt und das Gerät läuft immer noch. Die bisherigen Fahrten verliefen störungsfrei. Als Navi-App benutze ich zur Zeit „Here we go“. Dabei handelt es sich um eine Offline-Navigation. Das heißt, das ohne Internetdaten eine Routenführung per GPS möglich ist. Nur muss man dazu vorher die benötigten Karten auf dem Gerät installieren. Das wird einem in der App angeboten. Damit aktuelle Verkehrsmeldungen in die Routenführung einfließen, benötigt die App eine Internetverbindung. Dazu gebe ich dem Pumpkin die Verbindung des Smartphones frei. Das funktioniert auf Anhieb problemlos.

Deezer App auf Pumpkin

Für die Versorgung während der Fahrt mit Musik ist in erster Linie ein FM-Radio vorhanden, dessen Empfang ich als gut bezeichnen würde. Es ist aber auch möglich eine DAB-Antenne nachzurüsten. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Norwegen, wird nur noch digitaler Empfang angeboten. Desweiteren habe ich die Playlist meines Streamingdienstes herunter geladen. So kann ich ohne Netz trotzdem meine Musik hören. Der Klang des Gerätes ist ein wenig besser als beim Kenwood.

Für die Zukunft werde ich noch eine App für die WLAN-Diagnose installieren. Da kann man sich den Platz suchen, das das Netzwerk den besten Empfang hat. Einer nettes Gimmick für den Campingplatz. Noch nicht sicher ist, ob ich mir ein OBD2 Adapter anschließe. Mit diesem Teil und der App Torque kann man sich Motordaten, Fehlercodes und noch weiteres auf dem Pumpkin anzeigen lassen.

Bis jetzt funktioniert das Pumpkin Radio einwandfrei – alle Apps die ich heruntergeladen habe auch. Der große Bildschirm ist für mich eine große Freude. Dazu spare ich 2 Geräte mit Kabeln ein. Eigentlich gibt es nix zu meckern. Ganz schön viel Gerät für € 330,- Wenn es so bleibt – Perfekt!

4 Gedanken zu “Ausprobiert: Autoradio Pumpkin Android 9.0 – 10.1 Zoll

  1. Danke für den Bericht. Das gleiche Geräte habe ich auch vor einiger Zeit bei mir eingebaut. Ich bin ebenso zufrieden. Eine Lenkradfernbedienung fehlt mir allerdings (hat mein Fahrzeug schon nicht). DAB+ funktioniert mit einem Antennenadapter und der USB-Box recht gut.

    Die fehlende Display-Sperre ist letztlich eine Sicherheitslücke, zumindest soweit auf dem Geräte ein Google-Konto eingerichtet ist. So hat jeder über das Gerät vollen Zugriff auf das Konto (Kontakte, Kalender usw.). Ohne Google-Konto ist das kein Problem, dann kann gibt es aber auch keine nützliche Interaktion mit dem Smartphone (Routevorplanung mit z. B. Google-Maps) …

    Nicht optimal finde ich die lange Bootdauer des Gerätes, nachdem es Stromlos war sowie dass dann FM-Senderspeicherung und Lautstärkeeinstellungen (Equalizer) verloren gehen.

    Mit der OBD2-Diagnose habe ich allerdings schlechte Erfahrungen gemacht. Der günstige ODB2-Adapter (ebay) hat bei meinem Fahrzeug nach ca. 600 km und erste mehreren Fahrten dazu geführt, dass sich die Wegfahrsperre nicht mehr deaktivieren ließe und ich zunächst ratlos auf einem Autobahnparkplatz stand. Nach Entfernen des Adapters lief alles wie gewohnt. Ich würde den Adapter jetzt nur noch zur tatsächlichen Fehlerdiagnose einsetzen, aber nicht mehr dauerhaft.

    1. Hallo Andreas, vielen Dank für Deinen Kommentar. Das sind nochmal zusätzlich gute Infos dazu. Die lange Bootdauer und die Vergesslichkeit habe ich mit einem extra An/Aus Schalter auf Dauerplus umgangen. Mein Radio habe ich mittlerweile mit dem Pössl verkauft. Es ist aber das beste System, was ich bisher verbaut hatte.

  2. Moin und danke für den ausführlichen Bericht.
    Um das Google Kontoproblem zu lösen habe ich meinem WoMo einen eigenen Account geschaffen.
    Habe das Pumpkin zwaz jetzt einige Tage verbaut, aber der erste Eindruck ist echt super.
    Derzeit Teste ich als Navisoftware die on/offline Version von dieser hier.
    https://play.google.com/store/apps/details?id=com.navion.navigator.motorhome
    Die Übergabe von park4night funktioniert da super und Verkehrsfunk gibt es auch.
    Wenn sie weiter zufriedenstellend in der kostenlosen Testphase, läuft werde ich sie auch kaufen.
    Der Dab+ Empfang ist in Verbindung mit einem Splitter über die Stabantenne am Kotflügel gut.

    Wenn jemand eine Idee hat wie man nachträglich einen Sperrdisplay (Softwarelösung) kann, immer her damit.

    1. Hallo Frank. Vielen Dank für Deinen Kommentar. In meinem Android hatte ich ein Sperrdisplay. Ich habe die Sophos App installiert. Als Sicherheitsmangel erschien u.a. die fehlende Sperre. Mit Sophos repariert und Pin eingegeben. Ab dann musste bei jedem Start eine Pin eingegeben werden. Oder meintest Du etwas anderes?

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